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22 Achtundſechszigſtes Kapitel.
„Schwer haben Sie geſagt, beſter Baron!“ jubelte der Herzog,„alſo doch nicht unmöglich. O, meine Dankbarkeit wäre unbegrenzt. Sprechen Sie, iſt was zu machen?“
„Das will ſehr überlegt ſein. Und wie lange haben wir Zeit?“
„Noch acht bis zehn Tage, dann iſt der große Maskenball bei Hof.—— Sprechen Sie, Baron, machen Sie mich zu Ihrem ewigen Schuldner.“
„Ich fürchte, gnädiger Herr,“ erwiederte Herr von Brand lachend,„Ihre Ewigkeiten ſind ſehr kurz und vergänglich.— Doch will ich's darauf hin wagen. Aber erſchrecken Sie nicht, wenn auch ich nächſtens anfange, meine Forderungen zu ſtellen.“
„Verlangen Sie,“ erwiederte der Herzog beſtimmt.„So lieb es mir iſt, Ihr Schuldner zu ſein, ſo ſollen Sie mich doch jederzeit bereit finden, für Sie zu thun, was in meinen Kräf⸗ ten ſteht.“
„Das höre ich jetzt ſchon zum zweiten Male, und es wird nächſtens die Zeit kommen, wo ich Euer Durchlaucht feſt beim Worte nehme.“
„Ich hoffe es; aber meine Angelegenheit— ſprechen Sie, beſter Baron!“
„Soll— beſorgt werden.“
„Bei meiner Ehre! Baron,“ rief erfreut der Herzog, „verſprechen Sie nicht zu viel?“
„Das thue ich nie,“ erwiederte ruhig Herr von Brand.„Es iſt das freilich keine leichte Commiſſion, aber ich thu' Alles, um Sie mir zu verpflichten. Doch bedarf ich ein klein wenig Ihrer Hülfe; heute Abend iſt bei der Frau Herzogin eine Zuſammen⸗ kunft, der Sie wahrſcheinlich anwohnen werden.“
„Ich habe von Mama die gnädige Erlaubniß erhalten,“
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