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Achſelbänder und Carrißaturen.
ſehe in ungeheurer Achtung zu Ihnen empor. Wahrhaftig Baron, ich bin glücklich, daß ich Sie Freund nennen darf.“
„Weil Sie wahrſcheinlich einen Wunſch auf der Seele ha⸗ ben, gnädigſter Herr,“ entgegnete Herr von Brand. Und wenn es in dem Wagen nicht ſo dunkel geweſen wäre, ſo hätte der Her⸗ zog nothwendig ſehen müſſen, von welch' verächtlichem Lächeln dieſe Worte begleitet waren.
„Bei Gott! den habe ich auch, Sie Allwiſſender; und einen ziemlich großen Wunſch.“
„Den ich mir denken kann. Ich ſoll Ihnen helfen Ihre Wette gewinnen.“
„Ja und Nein,“ ſagte Seine Durchlaucht.„Die Wette iſt nicht zu gewinnen, denn der Graf nahm ſie gar nicht an; aber meinen Willen durchzuſetzen, das wäre mein höchſter Wunſch.“
„Daß das Fräulein bei dem Hofball Ihre Farben trägt?“
„Ja, das muß ich durchſetzen,“ ſprach der Herzog eifrig. Dann fuhr er auf vertrauliche Art und ſehr leiſe fort:„Dabei müſſen Sie mir helfen; ich verſichere Sie, Baron, ich gewinne nicht einen halben Pas bei dem ſtarrköpfigen Mädchen. Was nützt mich das Fürwort des Vaters? was nützt es mich, daß wir ſie von allen Seiten umgarnt haben? was helfen mich Ihre ſonſt ſo vortrefflichen Berichte? Ueber Alles, was ich erfahre, muß ich mich ärgern.— Wo geht ſie hin?— Zum Kriegsminiſter oder zum Major von S.— Wer iſt da täglicher Gaſt?— Graf Fohrbach.— Baron, wir müſſen einen Hauptcoup ausführen; ich muß mit einem Mal das verlorene Terrain wieder gewinnen. Sie muß auf dem Hofball meine Farben tragen und ſich ſo com⸗
promittiren.“
„Das Letztere kann nicht ausbleiben, wenn wir ſie zu dem Erſteren vermögen. Das wird aber ſehr, ſehr ſchwer ſein.”


