Achtundſechszigſtes Kapitel.
„So kommen Euer Durchlaucht doch nur, wenn es ſeine wichtigen Gründe hat,“ ſchloß der Baron von Brand mit dem ihm eigenen ſüßen Lächeln den Satz. Bei dieſen Worten war er in den Wagen geſtiegen und ließ ſich neben dem Herzog auf die weichen Kiſſen nieder.
„Ich war heute wieder bei dem Major von S.,“ ſagte Seine Durchlaucht.
„Da wurde Whiſt geſpielt,“ warf der Baron leicht hin.
„Nachher rauchten wir unſere Cigarre, der Major zeigte Steinfeld einige Waffen, ich und Graf Fohrbach wir traten an's Fenſter.“
„Da proponirten Sie ihm eine Wette.“
„Woher wiſſen Sie das?“ fragte erſtaunt der Herzog.
„Nun, ich weiß es eben, gnädiger Herr; ich erfahre ſo Manches.“
„Teufel auch! ſo haben Sie den Grafen Fohrbach geſehen!“
„Coeur de rose! ſeit mehreren Tagen nicht.“
„Oder den Herrn von Steinfeld, oder den Major, denen Graf Fohrbach vielleicht getratſcht.“
„Ebenſo wenig.“
„Unbegreiflich!“ ſagte der Herzog;„nun wenn Sie all⸗ wiſſend ſind, ſo brauche ich Ihnen auch nicht zu ſagen, weßhalb wir gewettet.“
„Gewiß nicht, gnädiger Herr, denn ich weiß das ganz ge⸗ nau. Die Conyverſation betraf Fräulein von S., und Sie ver⸗ maßen ſich— nehmen mir Euer Durchlaucht nicht übel— leicht⸗ ſinniger Weiſe, das Fräulein zu beſtimmen, Ihre Farben zu tra⸗ gen. Ah! Durchlaucht, das iſt ſtark.“
„Alle Teufel! Baron, woher wiſſen Sie das?“ rief der
Herzog in höchſtem Erſtaunen.„Es iſt ſo, wie Sie ſagen: ich


