Achſelbänder und Carrikaturen.
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ſchwelle vorgefahren, daß er den Heraustretenden beinahe in Ge⸗ fahr gebracht hätte.
„Zum Teufel!“ rief dieſer dem Kutſcher zu,„iſt das auch eine Manier, harmloſe Fußgänger jählings zu überfallen! He! mein Freund! Weiß Er wohl, daß er mich um ein Haar über⸗ fahren hätte.“
„Ah! Sie ſind es ſelbſt, beſter Herr von Brand!“ hörte er nun eine Stimme laut lachend aus dem Wagen.„Wenden Sie Ihren Zorn von dem Unſchuldigen draußen auf mich. Es drängte mich, Sie zu ſehen, und deßhalb befahl ich, ſo ſchnell zu fahren.“
„Coeur de rose!“ entgegnete der Baron, indem er an den Schlag trat.„Aber gnädiger Herr, ich verſichere Sie, mein koſt⸗ bares Leben ſchwebte in augenſcheinlicher Gefahr, oder, was faſt noch ſchlimmer iſt, meine geraden Gliedmaßen.— Wollen Euer Durchlaucht vielleicht ausſteigen?“
„Nein, nein,“ verſetzte lachend der Herzog;„Sie wollten eben ausgehen, und da kann ich mich nicht unterſtehen, Ihre beſetzte Zeit ſo ſehr in Anſpruch zu nehmen. Auch bin ich ſelbſt eilig wie immer.“
„Wie Sie befehlen, gnädiger Herr. Aber da Sie zu mir wollten, ſo muß ich mir ſchon erlauben, Sie zu fragen, womit ich Ihnen dienen kann.“
„Ich habe zwei Worte mit Ihnen zu ſprechen,“ ſagte der Herzog, indem er den Schlag von innen öffnete,„und wäre Ihnen ſehr dankbar, wenn Sie für wenige Augenblicke in meinen Brougham ſteigen wollten.— Aber Sie müſſen mir im Voraus verzeihen, beſter Baron, daß ich Sie zu ſo ungewohnter Stunde überfalle, und meinen Beſuch nur halb mache; doch wiſſen Sie, ich bin immer ſo ungeheuer beſchäftigt, und wenn ich mir auch oft vornehme, nach Ihnen zu ſehen,—“
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