Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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Siebenundſechszigſtes Kapitel.

ich mich beſtreben, pünktlich zu ſein. Das ſagte er mit einem Seufzer.

Es wird dir ſchwer; du haſt dich ſchon ſehr in die Ehr⸗ lichkeit hinein gelebt, Joſef. Nun, ich habe heute meine gute Laune; wie wäre es, wenn ich dich von jetzt ab ganz frei ließe?

O mein Gott! Das würden Sie thun?

Natürlich würden wir uns in dem Falle niemals wieder ſehen.

Niemals, Herr?

Oder nur dann, wenn es dir wieder mal ſchlecht ginge. In dem Falle würde ich dir erlauben, mich nochmals hier auf⸗

zuſuchen. Sie überhäufen mich mit Großmuth; und ich ſoll nicht im Stande ſein, etwas Anderes für Sie thun zu kön⸗

nen, Herr?

Ich glaube nicht. Doch halt! Vielleicht wäre es dir möglich, ſpäter einmal einem meiner Freunde einen Dienſt zu erzeigen, ohne daß es dich im Geringſten compromittirt. Das wirſt du thun!

O gewiß, Herr! rief der Jäger freudig aus und faßte mit ſeinen beiden Händen die Rechte des jungen Mannes, der ſie ihm auch ruhig ließ und dabei ſagte:

Sollte alſo ſpäter Jemand irgend einen vielleicht auffal⸗ lenden Dienſt von dir verlangen und ſagt zu dir, dem Franz Karner:es geſchieht für mich, Joſef, ſo wirſt du thun, was er wünſcht.

So wahr mir Gott helfe! erwiederte der Jäger mit leuch⸗ tenden Augen; und ſollte es mich meinen Dienſt, ja mein Leben koſten. Er zog haſtig die Hand des jungen Mannes an ſeine Lippen und küßte ſie ingig. Dieſer entwand ſie ihm aber ſanft,

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