Siebenundſechszigſtes Kapitel.
„Davon nachher,“ erwiederte der junge Mann leichthin. Was haſt du mir zu melden, Joſef?“
„Wir hatten neulich eine große Soirée bei Seiner Excellenz, dem Herrn Kriegsminiſter.“
„Ich weiß das, Joſef, du nahmſt dich in deiner neuen Uniform ſehr gut aus. Nur haſt du es verlernt, dich in der Geſellſchaft zu bewegen.“
„Ah!“ machte der Jäger faſt ſprachlos vor Erſtaunen, „Sie haben mich geſehen, Herr 24
„Du läßt mich nicht ausreden; das iſt ein Beweis für meine Behauptung. Der Wald hat dich etwas verwildert; man nimmt ſich in Acht und reißt nicht nur ſo mit ſeinem Wehrge⸗ häng einen ganzen Orangenzweig voll Blüthen und Früchten
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herunter.“
„Bei Gott! das geſchah mir,“ ſagte der Jäger, tief Athem holend.
„Aber weiter!— In dieſer Soirée—
„—— Traf mein Herr, der Herr Graf, mit jener Dame zuſammen, und allein im Zimmer neben dem Glashauſe.“
„Und wo warſt du?“
„Hinter dem Vorhange, der in’'s Neben⸗ Cabinet führt.“ „Bravo, Franz Karner, du übertriffſt den Joſef.“
„Ich kann das Lob nicht annehmen,“ ſagte mit feſtem Tone der Jäger.„Bei Gott im Himmel! ich wollte meinen Herrn nicht belauſchen; ich war ganz zufällig da.“
„Nun, das Reſultat wird das Gleiche ſein,“ verſetzte der Andere in nachläßigem Tone.„Die Beiden waren alſo allein,
und—“ „Es erfolgte eine Liebeserklärung.“
„Und ſie nahm ſie an?“


