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Im Fuchsbau. 3
Stelle aus, wo er ſich befand, hatte er zwei lange Gänge, ſo⸗ wie die Haupttreppe im Auge, und wenn er ruhig ſtand und horchte, ſo war es ihm möglich, den leiſeſten Tritt, ſelbſt vom entfernteſten Theil des Gebäudes, zu vernehmen. Die Thüre, neben welcher er ſtand, iſt uns nicht unbekannt, ſie führt in ein kleines Vorzimmer und von da in das hohe Gemach mit der dunklen Holzbekleidung.
Wie an jenem Abend, deſſen ſich der geneigte Leſer vielleicht noch erinnern wird, waren die dunkeln Vorhänge vor dem Fenſter herabgelaſſen und im Kamine brannten große Stücke Holz. Auf dem alten Tiſche mit der grünen Decke ſtanden zwei brennende Leuchter, und auf dem Stuhle mit der hohen Lehne, der neben dem Tiſche ſtand, ſaß er im gleichen Anzuge wie damals. Er hatte die Beine über einander geſchlagen, die rechte Hand unter ſein Kinn geſtützt, während ſeine Linke nachläſſig herabhieng und den tſcherkeſſiſchen Dolch, den er am Gürtel trug, zu wiegen ſchien. Vor ihm ſtand Mathias in ehrfurchtsvoller Haltung.
„Du meinſt alſo,“ ſagte er,„daß ſich die Polizei um den Vorfall da draußen bei dem Schwemmer weiter nicht be⸗ kümmert hat?“
„Ich weiß das ſogar genau,“ erwiederte Mathias;„es trieben ſich allerdings einige von ihnen an dem Abend dort herum, — aber,“ ſetzte er lächelnd hinzu,„es muß da ein guter Freund von uns dabei geweſen ſein, denn ſie zogen ſich leiſe zurück, als wir das Haus verließen, und Einen hörte ich ſagen: ach was wer wird ſich da hinein miſchen! Pack ſchlägt ſich, Pack ver⸗ trägt ſich!“
„Und doch hätten ſte damals einen guten Fang machen können; aber das Eiſen zu deinen Banden, Mathias, liegt noch in tiefer Erde, wird vielleicht niemals gefunden.“
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