Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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Siebenundſechszigſtes Kapitel.

Das hoffe ich, entgegnete der Andere mit tiefer Stimme. Ich möchte doch nicht ſo enden.

Gewiß nicht, Mathias; es wäre ſchade um dich. Was meinſt du, wenn wir nach und nach daran dächten, das Geſchäft abzuwickeln, wie die Kaufleute zu ſagen pflegen.

Ein leichter Blitz flammte in dem Auge des Mannes auf; doch ſprach er gleich darauf:Sie wiſſen, Herr, mir gilt nur Ihr Befehl, und wenn Sie verlangen, ich ſoll mich morgen ſelbſt angeben, ſo thue ich es.

Gewiß, Mathias, ich weiß das. Aber laſſen wir dieſe Reden! ich hoffe, du ſollſt noch einmal Zeit genug bekommen, ein ruhiges Leben zu führen, meinetwegen auch zu bereuen und wieder gut zu machen, was du verbrochen. Alſo die Schwemmer'ſche Wirthſchaft hat aufgehört? Wann ſtarb er?

Acht Tage nach jenem Vorfalle, Herr. Vielleicht hat er ſich zu ſehr alterirt; viel aushalten konnte er ohnedieß nicht, vielleicht auch

Nun was? Warun ſtockſt du?

Nun, ich meine, vielleicht half ihm auch Jemand über ſeine letzten Lebenstage ſchnell hinweg kommen.

Teufel! ich will nicht hoffen.

Ich weiß nichts genau, aber es wollte mir nicht gefallen, daß ſich ſeit jenem Abend der Sträuber beſtändig dort aufhielt. Früher war dem in ſeinem lächerlichen Hochmuth das Haus dort viel zu ſchlecht; wie geſagt, von da an hielt er es mit der alten verſoffenen Schwemmer, und wenige Tage nachher lud ſie uns zum Begräbniß ihres Gemahls ein.

Ich fürchte, der Sträuber wird nächſtens ein klägliches Ende nehmen, ſagte er nach einigem Nachdenken, und ſeine

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