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5 er ſich doch ohne Zögern durch eine ſchnelle Flucht retten, denn es r fänden ſich bald andere Mörder, die ihn nicht verfehlen würden. Der unglückliche Emir konnte kein Wort hervorbringen, denn
wenn er ſich auch das Schlimmſte vorgeſtellt hätte, ſo wäre es ihm doch nie in den Sinn gekommen, daß ihn der Kalif ſo ohne Recht
r 1 und Urſache in die Hände ſeiner bitterſten Feinde geben würde. Vor 2 Schmerz zerriß er ſein Gewand von oben bis unten, und indem er Gott 2 und den Propheten anrief, ſagte er ſich feierlich von ſeinem Herrn, 3 dem Kalifen los. t Der junge Araber hielt den Neger noch immer mit der Hand feſt und als er Alles, was er wußte, geſtanden, drückte er ihn mit — der rechten Hand auf den Divan nieder, während er mit der linken langſam den Dolch aus ſeinem Gürtel zog. Haſſan, der dieſe Be⸗ 1 wegung wohl ſah und zu deuten wußte, verſuchte in gräßlicher Angſt ihm den Arm feſtzuhalten und wandte ſich mit flehenden Worten an 8* 1 ſeinen Herrn, indem er ihn laut ſchreiend bat, er möge ihn doch von dem gewiſſen Tode erretten. Doch der Emir, von dem Verrath
eines Dieners, den er beſtändig hoch gehalten und gut behandelt hatte, aufs Tiefſte erſchüttert, verhüllte das Haupt in ſeinen Mantel und wandte das Geſicht ab. So lang hatte der junge Mann gewartet, und als er durch dieſe Bewegung des Emirs ſah, daß er den unge⸗ treuen Diener ſeinem Schickſal überlaſſen wolle, führte er mit un⸗ glaublicher Schnelligkeit einen Stoß gegen die Bruſt des Negers, der darauf ohne einen Laut von ſich zu geben, auf den Boden des Zeltes fiel. G Der junge Mann warf ſeinen reich mit Steinen beſetzten Dolch über ihn, zum Zeichen, daß hier kein gewöhnlicher Mord geſchehen ſei; darauf faßte er die Hand des Emirs und rief ihm zu:„Auf, Herr, erhebe Dich, komm und folge mir. Du darfſt keinen Augen⸗ blick länger hier ſäumen. Wir müſſen noch in dieſer Nacht von dannen. Glaube nur, was der Sclave dort ſagte, daß der Imam Hände genug finden wird, die nach Deinem Leben trachten. Wer weiß, ob nicht ſchon der Tod in einer andern Geſtalt über Deinem Haupte ſchwebt.“ Willenlos erhob ſich der Emir, aber an der Zeltwand blieb er ſtehen, indem er die Hände vor das Geſicht hob und den Namen ſeiner Tochter Zemire ausſprach. Bei dieſem Worte blitzte das Auge des Arabers mit einem ungewöhnlichen Feuer und er wandte ſich raſch nach der Seite, wo der Eingang in ihr Zelt war.„O eile,“ ſagte


