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wegung ſeines Kopfes ebenfalls die Krone herabwarf, das Haupt des jungen
Noch war dieſer nicht zu ſich ſelber gekommen, als er von unten herauf aus der vor wenigen Augenblicken noch ſo ſtillen Felſenſtadt
In den Straßen und beſonders auf dem Platz vor der Burg wimmelte es bunt durch einander und alle Köpfe richteten ſich empor und ſahen nach der Spitze des Thurmes, wo Ibrahim ſtand, ſo daß
was er davon denken ſollte. Draußen vor der Stadt, auf dem Felde, wo er die Steine erblickt hatte, die wie Zelte ausſahen, erhob ſich ein lautes kriegeriſches Getümmel.
Es ſtrahlte und glänzte dort durcheinander, daß einem die Augen faſt erblindeten, und luſtige Muſtk erſcholl, Trompetenwirbel und Hörnerklang. brahim ſchüttelte den Kopf und fuhr mit der Hand über die Augen, denn es war ihm, als habe er einen ſeltſamen Traum. Er beſah Scepter und Reichsapfel in ſeinen Händen und befühlte die Krone auf ſeinem Haupte, aber Alles war und blieb wirklich da,
reich mit Steinen beſetzt, eines mächtigen Königs würdig.
Immer mehr Volk wälzte ſich auf den Platz heran, wo die Burg ſtand, und ihr freudiges Geſchrei, ihr Plaudern und Jauchzen durch einander klang wie das Brauſen des Meeres, wenn es die felſigen Ufer beſpült.
Nachdem Ibrahim Allem dieſem noch einige Minuten zugehört und zugeſchaut, ſtieg er die ſchmale Treppe wieder hinab und gelangte bald in das Gemach, aus dem er vorhin das Schwert mitgenommen. Doch war es nicht mehr leer, wie vor kurzer Zeit, ſondern es befand ſich hier eine Verſammlung alter ehrwürdiger Männer mit weißen Bärten, die ſich tief vor ihm verneigten und die Worte ſprachen: „Gott und der Prophet möge unſern neuen König ſegnen und ihm eine lange glückliche Regierung ſchenken.“
Der Jüngling, der nicht wußte, was dies Alles zu bedeuten hatte, ſchaute die Maͤnner fragend an, worauf einer vortrat und zu


