das Geld dem Mann an der Moſchee einzuhändigen und das Pferd dafür mitzunehmen?“
„Bei Gott und dem Propheten!“ ſchrie jetzt plötzlich der Kauf⸗ mann, dem die Sache klar zu werden begann, indem er ſich den Bart zerraufte,„o Du ungetreuer und nachläßiger Knecht! Sprich, haſt Du die ganze ungeheure Summe für dieſe elende Mähre hin⸗ gegeben?“ 1
„Ja wohl, Herr,“ entgegnete Ibrahim kleinlaut, denn es ſtieg auch bei ihm eine Ahnung auf, als habe er keinen vortheilhaften Kauf gemacht, ſondern ſei vielmehr tüchtig betrogen worden.
Jetzt gerieth der Kaufmann in einen unbeſchreiblichen Zorn. Er griff nach einem Stocke, und wollte über ſeinen Diener herfallen. Doch hielt er ein und beſann ſich eines Andern.„Nein,“ ſchrie er laut, nich will meine Hand nicht an Dir beſchmutzen, Du ſchlechter Diener. Nein, ich will Dich vielmehr vor den Kadi bringen, der ſoll Dich für Dei⸗ nen ſchändlichen Streich zu Tode prügeln laſſen.“
Hierauf rief er einigen von ſeinen Sclaven, welche den armen Ibrahim in die Mitte nehmen mußten, und fort ging es mit ihm auf den großen Markt, nach dem Platze, wo der Kadi der Stadt Damas⸗ kus öffentliches Gericht hielt.
Der Kaufmann, der vermöge ſeines Reichthums bei dieſem Be⸗ amten ſehr angeſehen war, wurde augenblich zur Klage vorgelaſſen, und erzählte den ganzen Hergang der Geſchichte, indem er dabei nicht undeutlich zu verſtehen gab, daß es auch wohl möglich ſei, Ibrahim habe dies elende Pferd für einige Piaſter gekauft und den andern Theil der Summe unterſchlagen. Der Kadi ließ ſich den ganzen Verlauf der Sache erzählen und ſo ſehr auch Ibrahim unter Thränen bei Allem, was heilig iſt, betheuerte, er habe nur aus Unachtſamkeit ge⸗ fehlt, aber gewiß von dem Gelde keinen Para unterſchlagen, ſo würde ihm dies doch wenig geholfen haben, wenn nicht zufällig ein paar andere Kaufleute erſchienen wären, die dem Handel an der Moſchee zugeſehen hatten und dem jungen Manne bezeugten, daß er ohne zu zählen, den Beutel jenem alten Manne überreicht hätte.
So unlieb auch dieſer Ausſpruch dem Herrn Ibrahims war; denn er hätte ſich in ſeinem Zorn ſehr darüber gefreut, wenn Ibrahim zu einer tüchtigen Gefängnißſtrafe wäre verurtheilt worden, ſo konnte er doch nichts machen und mußte mit dem Urtheilsſpruch des Kadi
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