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Der Pilgerzug nach Mekka : morgenländische Sagen und Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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ſchehene und Gehörte ſo in Gedanken vertieft, daß er ſogar die höh⸗ niſchen Blicke und das Lachen der Sclaven überſah, die aus dem Streit mit dem jungen Kameeltreiber den Schluß zogen, daß der Muth des Herrn Haushofmeiſters nicht weit her ſei. Im Uebrigen aber hatte auch keiner der auf dem Hofe Beſchäftigten jenen Fremden gekannt, worauf Haſſan, als er ſich ſpäter bei jedem Einzelnen nach der Reihe erkundigt und gefunden, daß der junge Mann von keinem gekannt ſei, alſo auch keinen Freund unter den Anweſenden haben konnte, den fürchterlichſten Schwur ablegte, dieſen ungläubigen Hund bei der näch⸗ ſten Veranlaſſung zu Staub zu zerreiben.

Mittlerweile dies in ſeinem Hauſe vorging, nahte ſich der Emir el Hadſch mit leiſen Schritten jener verhängnißvollen Gartenlaube, wohin ihn auch heute wieder der Kalif zur Abſchiedsaudienz beſchieden hatte. Der Beherrſcher der Gläubigen ſah gut gelaunt aus und be⸗ ſchäftigte ſich gerade damit, das Rohr ſeiner Waſſerpfeife um einen jungen Orangenbaum zu winden. Mahmud Achmet nahte ſich mit den üblichen Verbeugungen und brachte dem gerechten und milden Herr⸗ ſcher ſeinen Dank dar für die große Gnade, die er ihm dadurch er⸗ wieſen, daß er ihn zum Emir el Hadſch ernannt, worauf ein ſeltſames Lächeln über die Züge des Kalifen ſchwebte, und er huldvoll erwiderte: Mahmud AOchmet, ich hoffe, daß Dir die Reiſe wohl bekommen wird, beſonders dem Blute Deines wohlgenährten Körpers, ſo wie dem Geld in Deinen ſchweren Säcken. Beides wird ſchnell in Umlauf kommen und Deiner Geſundheit ſehr zuträglich ſein. Bete für mich am Grabe des Propheten und flehe zu Gott, er möge mir noch eine Reihe von Jahren ſchenken, damit ich Dir noch lange ein gnädiger und gerechter Herr ſein kann, wie bisher. Darauf klatſchte der Kalif in die Hände und ein Schwarzer brachte auf einem Sammtkiſſen einen prächtigen Säbel, den Abdallah ſeinem Emir umhing, wobei er die Hoffnung ausſprach, daß er ihn vorkommenden Falles zum Schutz der ihm an⸗ vertrauten Karavane tapfer ſchwingen werde. Mahmud beugte ſich tief, indem er das kaiſerliche Geſchenk annahm, drückte den Saum des großherrlichen Mantels an ſeine Stirn und verließ die Laube. Vor dem Garten beſtieg er ſein Pferd, und ritt nach ſeinem Hauſe zurück, wo er ſich in ſein innerſtes Gemach begab. Hier befand er ſich nicht ſo bald ganz allein, und war nicht ſo bald ſicher, daß ihn kein menſch⸗ liches Auge ſehen könne, als er mit den Worten: Sekter Beſſeweng! welches mit der größten Beſcheidenheit überſetzt, ſo viel heißt, als: