daraus macht, den Kameeltreiber zu ſpielen, ohne an dem ſchwierigen Geſchäft dieſer Leute, die Thiere zu beladen, Theil zu nehmen. Er lehnte den Kopf nachläßig an den Thürpfoſten und wer ihn ſo da⸗ ſtehen ſah und aufmerkſam betrachtete, konnte wohl bemerken, daß er ſeine ſchwarzen glänzenden Augen von Zeit zu Zeit, wie ein paar Blitze, zu den vergitterten Fenſtern des Hofraumes erhob, und ſte forſchend betrachtete, als ſuche er dort etwas. Doch verrieth keine Miene ſeines Geſichts, ob ſeine Blicke das wirklich gefunden, was ſtie ſuchten, vielmehr ſah er gleich darauf wieder ganz gleichgültig und theilnahmlos auf die Arbeiten im Hofe. Haſſan, der mit ſeinem langen Stock auf der Thürſchwelle tbronte, hatte ſich ſchon ſeit einiger Zeit darüber geärgert, daß jener junge Mann müßig da ſtand und nicht die Arbeit mit ſeinen Kameraden theilte. Auch hatte er ihm zuweilen einen Wink gegeben, näher zu kommen, den aber der Kameel⸗ treiber nicht zu beachten ſchien.
Haſſan, deſſen Zorn und Mißmuth über den Rücken der armen Sclaven hinweg wie ein mächtiger Strom unaufhaltſam fortbrauste, ſah in dem jungen Müßiggänger am Thore einen gewaltigen Stein des Anſtoßes, an dem ſich die Wellen ſeines Unmuthes brachen und ſchäumend in die Höhe ſtiegen. Doch war etwas in dem Blick und der ganzen Haltung dieſes Mannes, was den Schwarzen einſchüchterte und ihm den Muth benahm, ſich geradezu mit böſen Worten oder noch handgreiflicher gegen ihn zu wenden, wie er ſonſt wohl gethan haben würde. Um aber doch einen Vorwand zu finden, mit ihm anbinden zu können, verließ der Haushofmeiſter die Thürſchwelle und ſchlenderte im Hof umher, wobei er mit dem Stock, wie von ungefähr, immer auf die Erde ſtieß. So kam er auch an das Thor, wo der Kameel⸗ treiber ſtand und ſtieß ihn abſichtlich an. Bei dieſer Berührung rich⸗ tete ſich der junge Mann in die Höhe und warf dem Schwarzen einen ſeltſamen Blick zu, den dieſer mit den Worten erwiderte:„Was ſtehſt Du auch ſo müßig hier am Thor und verſperrſt unbeſchäftigt den Leuten den Ausgang.“ Wenn auch Haſſan dieſen Satz mit ſehr trotzigen Worten anfing, ſo lag doch etwas ſo Zurückſchreckendes in den blitzenden Augen des jungen Kameeltreibers, ſo daß jener das Ende ſeiner pol⸗ ternden Rede ungefähr ſo ausſprach, als wollte er den Anfang damit entſchuldigen. Da ihn aber der Andere keiner Antwort würdigte, ſon⸗ dern ſich wieder ruhig an das Thor hinlehnte, ſo ſtieg dem Haus⸗ hofmeiſter der Muth, beſonders als er ſah, daß die andern Kameel⸗


