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Der Pilgerzug nach Mekka : morgenländische Sagen und Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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andere Töne, als die der Freude gehört, und einige Dienerinnen Ze⸗ mirens, denen die Trennung von Kairo ſehr ſchwer fiel, ließen manche Thräne auf die koſtbaren Gewänder fallen, die ſie für ihre Gebieterin einpacken mußten. Zu denen aber, die am allermißmuthigſten waren, gehörte auch Haſſan, der Leibdiener des Emirs, der auch zugleich die Stelle eines Haushofmeiſters verſah. Er hatte gehofft, ſein Herr würde ihn zurücklaſſen und ihm Gelegenheit geben, in Kairo nach ſeinem Gutdünken ſchalten zu können. Doch wiſſen wir, daß ihm Mahmud Achmet geſtern die gnädige Erlaubniß ertheilte, ihn begleiten zu dürfen, worüber der Schwarze, da er ſonſt ſeine Wuth nicht äußern konnte, die Augen rollte und die Zähne auf einander biß. Eben ſo machte er's nun den ganzen heutigen Tag, und wenn er auch in Ge⸗ genwart ſeines Herrn kriechend und ſchmeichelnd war und mit der größten Inbrunſt für die gewieſene Gnade dankte, ſo verwünſchte er doch in ſeinem Herzen die Fahrt zu allen Teufeln und ließ gegen Jeden ſeine Wuth aus, der unter ihm ſtand.

Anfänglich hatte es ihn getröſtet, daß er auf der Reiſe wenig⸗ ſtens den Emir ganz allein unter ſeinen Händen haben würde, woraus er vielerlei Vortheile zu ziehen gedachte. Doch auch dieſe Hoffnung wurde ihm durch Zemire vereitelt, denn er kannte wohl die Klugheit derſelben und wußte, daß ſie ihm bei ſeinen ſchlechten Streichen im Wege ſtehen würde. So war denn Haſſan voll Zorn und Ingrimm bei dem Beladen der Kameele zugegen und gab auf dieſes Geſchäft nur darum ſo genau Achtung, um jeden Uebertreter mit dem langen Stock, den er in Händen trug, ſogleich züchtigen zu können. Wäh⸗ rend alle Diener und Seclaven bei dieſer Arbeit auf das Emſigſte be⸗ ſchäftigt waren, ſtand an dem Hofthor ein junger Mann in der Tracht der Kameeltreiber, nur daß die Stoffe ſeines Anzugs feiner und zier⸗ licher waren. Er trug das blaue Unterkleid, darüber einen weiß und roth geſtreiften Burnus und ſein Turban war, ſtatt von grauer und ſchmutzig rother Farbe, wie ihn dieſe Leute gewöhnlich zu tragen pfle⸗ gen, blendend weiß und beſtand aus feinem Mouſſelin, der maleriſch um den Kopf geſchlungen war. Er hatte eine Hand in den Gürtel geſteckt, an dem aber kein Säbel hing und eben ſo wenig blickte unter dem Burnus der Griff eines Yatakans oder der Hals einer Piſtole hervor. Sein Geſicht war edel geformt und wenn es nicht dunkler gefärbt geweſen wäre, als das der Türken, ſo hätte man ihn für einen jungen reichen Muſelmann halten können, der ſich ein beſonderes Vergnügen

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