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Der Pilgerzug nach Mekka : morgenländische Sagen und Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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ſchüttelte zur Antwort mit dem Kopf, als wolle er böſe Gedanken, die plötzlich in ihm aufſtiegen, dadurch vertreiben.Ja, Vater, fuhr das Mädchen fort,ich habe eine große Bitte an Dich, die Du mir nicht abſchlagen darfſt, nämlich hier ſtockte ſie und ſah auf den Boden nieder, als wage ſie nicht ihre Bitte auszuſprechennäm⸗ licha fuhr ſie dann ſchüchtern fort,ich will Dich auf dem Pilger⸗ zug nach Mecca begleiten. Dieſer letzte Satz kam freilich nicht ſo fließend zwiſchen ihren Lippen hervor, wie wir ihn hinſchreiben, ſon⸗ dern ſie ſtockte faſt zwiſchen jedem Wort, beſonders als ſie ſah, daß Mahmud Achmet ſeine Augenbrauen in die Höhe zog und ſie ver⸗ wundert anſah. Doch kaum hatte ſie ihre Bitte hervorgeſtottert, als ſte mit den ſüßen Schmeicheltönen und einer ungemeinen Zungen⸗ fertigkeit ihre weiſen Gründe zu dem Verlangen angab.Ja, Vater, ſagte ſie, und legte ihren Kopf in den Schoos des Emir, ſo daß ſie ihm von unten herauf in die Augen ſah, eine Stellung, der bei ähn⸗ lichen und anderen Bitten, wo nämlich die Bittende ein paar ſchöne Augen hat, nicht zu widerſtehen iſt, vich bitte Dich herzlich, laß mich mit Dir ziehen, Du wäreſt ja ſonſt ſo allein, ganz allein, Du hätteſt Niemand, der Dir ſchöne Geſchichten erzählen kann, und der Dir in ſtillen Nächten, wo der Schlaf Deine Augen flieht, beruhigende Lieder ſänge. Denke Dir, Vater, Du könnteſt krank werden, und es wäre Niemand da, der Dich pflegte, wie ich es thun würde; und dann bin ich ja ſtark und kräftig; Du weißt, daß mir kein Pferd aus Deinem Stalle zu wild iſt und daß ich ſogar das Schaukeln auf dem Kameel aushalten kann.

Mahmud Achmet hörte ſehr überraſcht der ſeltſamen Bitte ſeiner Tochter zu, und wenn ihm auch anfänglich die Erfüllung derſelben unmöglich ſchien, ſo war ihm doch der Gedanke, Jemand um ſich zu haben, der ihn mit Liebe begleitete, nicht unangenehm. Auch hatte das ſchlaue Mädchen zu ihrer Bitte zwei Gründe angegeben, die, wie ſie wußte, dem Vater wohl einleuchten würden, erſtens nämlich kannte ſie ſeine Leidenſchaft, gern der Erzählung eines Mährchens zuzulauſchen und darin war ſte Meiſterin; ferner fürchtete ſich der alte Herr auch gewaltig vor Krankheit und bei einer Unpäßlichkeit, die ihn kürzlich befallen, hatte ihn Zemire ſo ſorgſam und gut gepflegt, daß er alles Ernſtes glaubte, er habe es nur ihr zu verdanken, daß er dem bitteren Tod entronnen ſei!

Trotz Allem dem aber hatte die Sache auch ſo viel gegen ſich,