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Der Pilgerzug nach Mekka : morgenländische Sagen und Erzählungen / von F. W. Hackländer
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Haſſan, daß mein großes Zelt eingepackt wird. Nimmſt auch keinen anderen Kaffee, als Mecca Nro. 1., und ſorge ferner für einen guten Vorrath ſyriſchen Taback. M

Nach dieſen Befehlen winkte Mahmud mit der Hand und der Sclave erhob ſich, um fortzugehen, wandte ſich aber an der Thüre nochmals um und ſagte:Deine Tochter Zemire, o Herr, wünſcht vor Dein Angeſicht treten zu dürfen.

Dieſe Bitte gewährte der Emir durch ein Nicken mit dem Kopfe, worauf der Schwarze verſchwand. Wenige Zeit darauf wurde aber der Vorhang der Thüre auf's Neue aufgehoben und die Tochter Mah⸗ mud Achmets, Zemire, ſchlüpfte in das Gemach und ſchmiegte ſich neben den Vater auf den weichen Divan. Die junge Türkin trug den leich⸗ ten reizenden Anzug, in welchem ſie außer Vater und Bruder bei Todesſtrafe kein Auge eines anderen männlichen Weſens ſehen darf. Daſſelbe beſtand in einem weißſeidenen Unterkleid, unter welchem bei ihrer nachläſſigen Lage auf dem Divan hellrothe Beinkleider, ebenfalls von Seide, mit Gold geſtickt, hervorſahen. Ihre kleinen Pantoffeln, von ſchwarzem Sammet mit Perlen und Gold geſtickt, hatte ſte auf den Boden geſchleudert, worauf ſie den Verſuch machte, ihre nackten kleinen Füßchen unter die Sammetpolſter des Divans zu verbergen. Bruſt und Arme bedeckte ein Hemd von blendend weißem Mouſſelin, über welches ſie ein ſchwarz ſammtenes Jäckchen trug, das oben unter dem Hals mir einer Brillantagraffe zuſammengehalten wurde. Obgleich die ganze Geſtalt des Mädchens wohl zierlich, aber nicht gerade klein war, ſo ſah ſie doch in dieſer Stellung auf dem Divan, an die große ſtattliche Figur des Vaters gedrückt, fein und ſchmächtig aus. Sie hatte mit der einen Hand tief in den Bart Mahmuds gefaßt, und ließ durch die andere den elfenbeinernen Roſenkranz gleiten, mit dem vorhin der Emir ſelbſt geſpielt. Die Züge des alten Herrn, die vor⸗ hin ziemlich mürriſch und verdrüßlich waren, klärten ſich beim Anblick Zemirens auf, denn ſie war ſeine Lieblingstochter, beſonders im jetzi⸗ gen Augenblicke, wo das Herz des Emirs durch die Abreiſe ohnehin gerührt war, war er zärtlicher als ſonſt und nachdem er einen Kuß auf die friſchen Lippen des Mädchens gedrückt, fragte er ſo ſanft als möglich, was ſie denn eigentlich wolle? Zemire blickte mit ihren ſchwarzen Augen lächelnd in die Höhe und ſagte mit leiſer Stimme: Vater, ich habe eine Bitte, eine Bitte, Vater, an den Emir el Hadſch. Bei dieſem Titel wurde der alte Herr etwas ernſter und Hackländer, orient. Sagen. 2