während des Zuges mit der ganzen Karavane erduldete, plagte ſich der edle Schech auf der ganzen Reiſe noch beſonders ab, indem er unaufhörlich ſowohl hin als zurück den Kopf auf eine unglaubliche Art im Kreiſe herumwirbelte, ſo, daß es ausſah, als hing ſein Haupt nur an einem Zwirnsfaden. Die zweite der erwähnten Geſtalten, welche beſonders von den Weibern mit vielem Jubel begrüßt wurde, war die alte Um el Chutat oder auf deutſch Katzenmutter, die den Pilgerzug nach Mecca ebenfalls alljährlich mitmachte. Sie ritt eben ſo wie der Schech auf einem alten mageren Kameel, an welchem einige zwanzig Körbe hiengen, in denen ſich eine Unzahl Katzen und Kätzchen von allen Farben und Größen befand, woher denn auch die gute Frau ihren Namen hat.
Hinter dieſen Derwiſchen kamen ein Paar Kameele und beſſer ausſehende Pferde, auf denen die höhere Geiſtlichkeit ritt, denen große grüne Fahnen nachgetragen wurden, geleitet von einer Muſikbande, die mit Becken, Pauken und Pfeifen einen ohrenzerreißenden Lärm machte. Jetzt aber erhob das Volk ein ſo fürchterliches Gebrülle und Schreien, daß die beſſeren Pferde im Zuge anfingen unruhig zu werden, und ſelbſt die ſanftmüthigen Kameele voll Unruhe um ſich blickten. Die Männer ſchrieen Allah und Arafaat— der Name eines heiligen Ber⸗ ges bei Mecca, auf welchem nach der Sage der Mahomedaner Abra⸗ ham ſeinen Sohn Ismael habe opfern wollen— und die Weiber kreiſchten gellend dazwiſchen, denn jetzt erſchien das Kameel mit dem prächtigen Baldachin, dem Machmil, unter welchem ſich die Geſchenke des Kalifen befanden.
Alles drängte ſich hinzu, um wenigſtens mit der Hand die Decken des Baldachins, oder auch nur das Kameel zu berühren; es war eine unbeſchreibliche Verwirrung von Menſchen und Thieren. Wer nicht hindurchdringen konnte, löſte ſeinen Gürtel ab, und verſuchte mit einem Ende deſſelben über die Köpfe der Menge hinweg das Heilig⸗ thum zu erreichen. Die Weiber hinter den Fenſtern ließen ihre Schleier herab und in den oberen Stockwerken banden mehrere Shawls zuſammen, damit wenigſtens das Ende eines derſelben an dem Ka⸗ meele ſtreifen konnte. Und dann zogen ſie dieſelben wieder in die Höhe und küßten die auf ſolche Art geweihte Stelle.
Nachdem das Kameel mit dem Machmil vorbei war, folgte noch eine unzählige Menge Pilger aller Art. Doch war das Intereſſe, was die Zuſchauer an der Pilgerkaravane nahmen nun mit dem Mach⸗
“
250+☛8☛—————


