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in prächtigen Coſtümen. Nach dieſen kamen wieder Mameluken, Diener des Emir und wie vor dem Herrn der Zug allmählich immer glän⸗ zender geworden war, ſo nahm er hinter demſelben auch eben ſo ab und verlor ſich bald wieder in ein ſchmutziges, graues Gedränge. Doch für den ächten Muſelmann war das Bedeutendſte des Zuges noch zurück und wenn ſich auch die Männer auf den Straßen an dem Aufzuge des Emirs mit ſeinen prächtigen Pferden und Waffen ſehr ergötzt hatten, und ſich als dieſe vorüber waren, an die Häuſer lehnten und anfiengen zu plaudern, ſo wurde dagegen die Bewegung der Weiber an den Fenſtern deſto lebhafter und die halb vergitterten Laden öffneten ſich mehr und mehr und ließen eine Unzahl verſchleier⸗ ter Köpfe, die aufmerkſam die Straße hinabſpähten und hie und da in lauten Jubel ausbrachen, ſehen. Was ſo ihre Aufmerkſamkeit rege machte und jetzt noch kommen mußte, war ein Kameel, das einen zeltartigen Baldachin trug, der Machmil heißt, und unter welchem ſich prächtige Geſchenke befanden, die der Kalif alljährlich der heiligen Kaaba verehrt. Dieſe Sitte des Machmil rührt davon her, daß in der alten Zeit eine der Favoritſultaninnen des regierenden Kalifen den Zug nach Mecca gewöhnlich mitmachte, ein Gebrauch, der aber dieſen edlen Damen bald anfing läſtig zu werden, weshalb ſie auf ein Mittel dachten, um ſich dieſer Sitte zu entziehen. Hiezu gab es nun kein Beſſeres, als aufs Gerathewohl zu Haus zu bleiben, aber dagegen den Machmil mit koſtbaren Geſchenken, für die heilige Mo⸗ ſchee in Mecca angefüllt, allein gehen zu laſſen;— ein Verfahren, das denn auch der Ober⸗Iman zu Mecca in Betracht der reichen Spenden für vollgültig anerkannte.
Eine Rotte fanatiſcher Derwiſche, die theils zu Fuß gingen, theils auf mageren Kameelen ritten und in ihrem Glaubenseifer die entſetz⸗ lichſten Sachen begiengen, denn einige verdrehten ihre Glieder auf das Schauderhafteſte, andere fraßen Schlangen, Scorpionen und dergleichen und noch andere ſtießen ſich Meſſer, Degenklingen durch die Hände, Ohren und Lippen— zeigte ſich nun den Blicken der Menge. In ihrer Mitte ritten zwei abenteuerliche Geſtalten, welche von dem Volk mit einem unermeßlichen Jubelgeſchrei begrüßt wurden. Die Eine war der alte Schah el Gemel, was ſo viel heißt, als Oberſter der Kameele und der den Zug nach Mecca Gott weiß zum wie vielten Male mitmachte, wodurch er in den Geruch großer Heiligkeit gekom⸗ men war, denn neben den Mühſeligkeiten und dem Elend, was er


