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und rauchte aus einem ungeheuer langen Jasminrohr, wobei er finſter in den Bart murmelte und dem eintretenden Schatzmeiſter ſo höhniſch lächelnde Blicke zuwarf, daß dieſem ohne Weiteres ſchon der Angſt⸗ ſchweiß auf der Stirne ſtand. Auch glaubte er hinter der Laube den Boſchandſchi Baſchi, was auf Deutſch General der Gartenwachen heißt, ein Mann, der neben ſeinem freundlichen Titel ein ſehr finſteres Amt zu verwalten hat; denn er beſorgt das Geſchäft, vornehme Verbrecher, die in der Stille bei Seite geſchafft werden ſollen, in einen ledernen Sack nähen und in den Nil verſenken zu laſſen.
Nachdem Mahmud Achmet in die Laube eingetreten war, legte
er ſeine Hand an Stirne und Bruſt und beugte ſein Antlitz dreimal faſt bis zur Erde, worauf der Kalif einige lange Züge aus ſeiner Pfeife that und ihm befahl, ſich niederzuſetzen.„Mahmud Achmed,“ begann darauf der Beherrſcher der Gläubigen,„Du weißt, daß ich ſowohl Dir, wie allen meinen Unterthanen ein milder gerechter Herr bin.“ Der Schatzmeiſter verbeugte ſich, ſo gut er konnte.„Mahmud Achmet, Du weißt,“ fuhr der Kalif fort,„daß ich Dich zu meinem Oberſchatzmeiſter gemacht habe, ein Amt, in welchem Du Dir unermeßliche Reichthümer erworben haſt, ob auf eine redliche und dem Propheten wohlgefällige Weiſe, wird Dir Dein Gewiſſen ſagen.“ Bei dieſen Worten entfärbte ſich der Schatzmeiſter und ſchwor bei Gott und dem Propheten, er habe ſein Amt mit der größten Rechtlichkeit verwaltet, wofür ihn Mahomed geſegnet.„Mahmud Achmet,“ ſprach der Kalif weiter, und zog finſter ſeine Augenbrauen zuſammen,„ſchwöre nicht falſch, denn ich der Kalif, habe in meiner hohen Weisheit beſchloſſen, die Behauptung aufzuſtellen, es ſeien Deine Schätze von Dir auf keine rechtliche Art erworben, ſondern als habeſt Du zuweilen aus meinem Schatzgewölbe mehr genommen, als der Unterhalt meines Hauſes und meiner Krieger koſtet. Willſt Du meine Behauptung Lügen ſtrafen, Mahmud Achmet?“
Der alſo Gefragte ſaß da ein Bild des Jammers, denn die Be⸗ hauptung des Kalifen war gerade ſo gut, wie ein ausgeſprochenes Todesurtheil, und es ſauſte ihm ſchon vor den Ohren, als ſinke er in den Fluthen des Nils unter, wobei er kläglich nach Athem ſchnappte.
„Siehſt Du,“ fuhr Abdallah fort,„Du wagſt es nicht, mir zu antworten, und geſtehſt demnach ein, daß Du mich, Deinen, Herrn betrogen. Weißt Du auch, Mahmud Achmet, was Dir da⸗ für gebühret?“
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