256 Marſchalls von weitem ſichtbar wurde, brachen don⸗ nernde„Hochs!“ aus, die ihn auf der ganzen Straße bis Mailand begleiteten. Auch in den Dörfern, die wir paſſirten, ſtanden die Einwohner vor ihren Häuſern und ſandten dem Wegen manch herzliches Evviva nach.
Das Schlachtfeld von Novara ſahen wir durch den niederſtürzenden Regen wie mit einem grauen Schleier verhüllt. Dort lagen gar Viele tief in der Erde, kalt und ſtarr, die noch vor wenigen Tagen, den grünen Buſch auf dem Hute, luſtig ausmarſchirt waren. Rauher Wind fuhr über die Fläche und beugte die kleinen Holzkreuze(welche die Ruheſtellen der Ge⸗ fallenen bezeichneten), daß ſie ängſtlich hin- und her⸗ fuhren. Es war, als wollten ſie ſich der heimkehrenden Armee anſchließen. Bleibt ruhig ſtehen im Regen und Sonnenſchein noch eine kurze Weile, ihr kleinen Zeichen, wo die tapfern Gefallenen liegen! Tief hin⸗ ein in die Erde dringt nicht das Licht der Sonne, nicht der Strahl des Mondes, den ihr genießt; nicht das Raſſeln der Geſchütze, nicht die klingende Feld⸗ muſik, die ihr hört. Es wäre aber auch entſetzlich, wenn der Todte da unten noch etwas vernähme von dem Schnauben ſeines Pferdes, von dem luſtigen Lied, mit dem ſeine Kameraden heimziehen, während er zurückbleiben muß, auf immer, auf ewig; und doch
wer weiß!——


