ſchlag: dann kann die Furcht der Beeintraͤchti⸗ gung Sie nicht ſehr beunruhigen; dann kann die Pflicht der Entbehrung Ihnen nicht viel ko⸗ ſten; und Sie werden ſich bald tröſten über den Verluſt. Richtige Schätzung der Güter und Freuden des Lebens iſt ein treffliches Beförde⸗ rungsmittel der Seelenſtärke.
Nicht viel anders verhält es ſich mit den Leiden. Die Anzahl derer, die an ſich großen Schmerz verurſachen iſt klein. Die meiſten wer⸗ den durch das, was die Meinung, der Gedanke oder die Einbildung hinzu thut ſo empfindlich. Wir ſehen auch hier die Dinge durch das gefärbte Glas des Vorurtheiles an, und laſſen in der mißmuthigen Stimmung die Phantaſie ſo viel un⸗ angenehme Bilder und Empfindungen an ſich knüpfen, als ihr gefällt. Unſre falſchen Anſich⸗ ten, unſre ungegründeten Beſorgniſſe ängſtigen und quälen uns mehr, als die Übel ſelbſt. Ver⸗ tieft in die finſtern Vorſtellungen, gefeſſelt von bittern Gefühlen, kann die Seele nicht zu ſich ſelbſt kommen; und könnte ſie es, ſo würde ſie doch einen ſchweren Kampf haben. Bei einer ſorgfältigen Prüfung werden Sie gewiß finden, daß gerade da, wo es Ihnen am ſchwerſten wird, Muth und Geduld zu behalten, dieſe Übertrei⸗


