gedankenlos den Vorurtheilen bei, die darüber unter der Menge herrſchend ſind; man verwech⸗ ſelt das äußere Anſehen, das ſie verſchaffen, mit ihrem Einfluſſe auf die Ruhe des Herzens; mit dem, was ſie in der That gewähren, fließen die Verſchönerungen der Phantaſie in einander. So muß Ihnen denn freilich nichts höher gelten, als was der Eitelkeit ſchmeichelt, Reichthum, Pracht, Bequemlichkeit, tägliche Zerſtreuung, ſinnliches Vergnügen; und es wird unendlich viel Dinge geben, die Sie zu betrauern, zu befürchten, zu erſtreben und zu bewahren haben. Alle dieſe werden Ihrer Seele Feſſeln anlegen, ſie beſchrän⸗ ken und niederbeugen, wo ſie ſich in ihrer Stärke erheben möchte; Sie werden ſich kaum zu etwas entſchließen können, was Ihnen den Beſitz und Genuß derſelben zu verkümmern droht. Sind Sie dagegen gewohnt, dieſe Dinge nach ihrer wahren Beſchaffenheit zu betrachten, von ihnen abzuſondern, was ſie von dem Vorurtheile und der Einbildung erborgt haben; würdigen Sie dieſelben nach dem Verhältniſſe, in welchem ſie zu der Glückſeligkeit des Lebens ſtehen; bringen Sie die Veränderlichkeit und Treuloͤſigkeit, die Sorgen und den Kummer, welche ſie verurſachen, die Freuden, deren ſie ſo oft berauben in An⸗
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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
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