bungen und die daher entſtehenden Verwirrungen des Geiſtes daran ſchuld ſind. Ein heller Blick, der das Wahre und Wirkliche gleich trifft, ein ruhiges unbefangenes Urtheil, das jedes für das erkennt, was es iſt, und im Schlimmen das Gute nicht überſieht, müſſen die Stärke der Seele ungemein befördern.
VerbindenSie damit, und das iſt hier das Wichtigſte, lebendige, tiefge fuͤhlte Schätzung des Guten. Ein reines und mäch⸗ tiges Pflichtgefühl liegt, wie ich in der letztn Rede dargethan habe, der wahren Seelenſtärke zum Grunde. Alles andre, was dieſe befördert, iſt nur in ſo fern in Anſchlag zu bringen, als es dem Pflichtgefühle zur Unterſtützung gereicht. Je deutlicher und nachdrücklicher es ſich dieſes Pflichtgefühl ankündigt; je mehr es in die Ge⸗ ſinnung gedrungen und ernſtliches Wollen des Guten geworden iſt; deſto mehr wird die Seele von ihm Stärke empfangen. Die richtige Be⸗ urtheilung der Güter und übel des Lebens räumt nur die Hinderniſſe der Seelenſtärke weg; vom Pflichtgefühle kommt die eigentliche Kraft. Gilt Ihnen Pflicht und Tugend mehr als alles: dann werden Sie das widrige Schickſal ſchon deswegen gelaſſen erdulden, weil es nicht anzutaſten ver⸗
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