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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
Entstehung
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müthes, kommen ihnen ſo gut u Statten, daß Sie ſich nur Ihrer. Neigung überlaſſen dürfen, um dieſen Genüge zu leiſten. Indeß werden auch ſie ſchon beſſer gethan, wenn Stärke der Seele ſie vollbringt, als wenn allein der natürliche

Trieb, oder ein, zwar guter, aber ſchwacher Wil⸗ le dazu leitet. Man wirkt mit höherm Intereſſe, mit mehr Nachdruck und mit reiferer überlegung. Es können Umſtände eintreten, die das ſchwer machen, was ſonſt leicht iſt; die begünſtigende Stimmung kann fehlen; eine ungünſtige kann an ihre Stelle treten; und doch will die Pflicht vollbracht ſeyn. Wie übel werden Sie ſich da oh⸗ ne Stärke der Seele berathen finden! Dieſe hängt nicht von Umſtänden ab. Sie leiſtet zu je⸗ der Zeit alles, was man von ihr verlangen kann. Mit ihr ausgerüſtet, handelt man nicht aus Nei⸗ gung, ſondern aus der entſchiedenen und unwan⸗ delbaren überzeugung, daß es recht iſt, ſo zu handeln.

Aber das Weib hat auch Pflichten zu erfül⸗ len, die ſchon an ſich ſchwer ſind, und ihm durch widerſtrebende Begierden des Herzens noch mehr erſchwert werden. Sie fordern Verrichtungen,

zu welchen man wenig Geſchick hat, oder denen

man abgeneigt iſt. Sie verlangen, daß man dem