leicht geſtört. Mannigfaltige äâußere Einwirkun⸗ gen, kleine und größere Unbeſonnenheiten des
Betragens richten hier Verwüſtungen an, die oft, unheilbar, den Schmerz durch das ganze Leben führen. Ihre Beſtimmung legt Ihnen ſehr ſchwe⸗ re Bürden auf. Was können Sie den daher kommenden Qualen entgegen ſtellen, außer einer gefaßten und duldenden Seele? Wodurch wollen ſie verhindern, daß dieſe nicht unterliege, wenn nicht durch ihre eigne Stärke?
Ihr zartes Gefühl wird von allem, beſonders vom Unangenehmen heftig ergriffen; Ihr feinenes Nervenſyſtem wird von der leiſeſten ſchmerzlichen Berührung nicht ſelten ſo mächtig erſchüttert, daß ſich, durch die kleinſte Veranlaſſung erregt, der Kummer tödtlich vergiftend in ihr Herz gräbt, daß es oft nur eines unbedeutenden Umſtandes bedarf, um ihr Auge mit Thränen zu füllen, die nie trocknen, und ſie zu den unglücklichſten Ge⸗ ſchöpfen zu machen. Wird es an ſolchen Veran⸗ laſſungen und Umſtänden je auf Erden fehlen, wo alles wandelbar iſt, wo das Schickſal ſich ſo wenig zu bekümmern ſcheint, um den Gram oder die Wonne des Herzens? Wer darf hoffen, ver⸗ ſchont zu bleiben, wo nichts verſchont wird? Al⸗ lein eine ſtarke Seele kann verhüthen, daß Ihr


