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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
Entstehung
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zartes Gefühl nicht die Quelle großen Jammers

werde.

Ihr Herz hägt manches ſtille Verlangen, das nicht unbefriedigt bleiben kann, ohne daß Sie ſich elend fuͤhlen. Werden aber nicht der heißen Wünſche viele immer unerhört zu Ihnen zurück kehren? Tauſend Gegenſtände hangen durch feine, faſt unſichtbare Fäden an dieſem Herzen feſt, wovon nur Einer zerriſſen werden darf, um das Herz mit zu zerreißen. Sind Sie aber wohl einen Augenblick davor geſichert? Dieſes Herz hat ſo viele empfindliche Stellen, die man nur anzufaſſen braucht, um ihnen einen Stachel ein zudrücken, von deſſen Verwundung es nie heilt. Werden dieſe nie unſanft berührt werden? Was iſt nun hier wieder das Nöthigſte, das einzig Helfende? Was andres, als die Stärke der Seele, die muthig duldet, und gläubig hofft?

Sie haben ſo vieles, das Sie nur leiden⸗ ſchaftlich, nur mit aller Fülle Ihres Lebens lie⸗ ben können. Woran wollen Sie ſich wenden, wenn Ihnen dieſes genommen wird? Es ge⸗ ſchieht ſo leicht, daß Sie Einem Gegenſtande Ih⸗ ren ganzen Frieden anvertrauen, daß Sie ſich über nichts mehr freuen können, als was von ihm kommt. Wenn nun dieſer aufhört, für Sie