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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
Entstehung
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ſamkeit ſchickt ſich auch für den, der viel ausrich ten ſoll. Die Schwäche, nur ſey ſie nicht phleg⸗ matiſche Indolenz, geht mit Weichheit gepaart; ſie macht ſanft und empfänglich für jede ſchöne Empfindung; ſie knüpft Herzen an einander, und weckt edle Theilnahme. Der zartere Nervenbau hemmt die zerreißende Stärke des Gefühles, läßt aber dafür jeden Mißlaut und jede Harmonie mehr hervorſpringen. Die Delicateſſe duldet in dem nicht verbildeten Weibe keine heftige Leiden⸗ ſchaft.

Aber auch die geiſtigen Fähigkeiten Ihres Geſchlechtes ſind von denen des unſrigen unläug⸗ bar verſchieden. So ungereimt es ſeyn würde, Ihre Verſtandeskräfte unter die unſrigen herabzu⸗ ſetzen, und Ihnen weniger Einſichten als uns zu⸗ zuſchreiben: ſo liegt es doch am Tage, daß jene bei Ihnen eine andere Richtung haben, und die⸗ ſe in eine andre Sphäre gehören; wie es auch ſeyn mußte, wenn das Ideal der Menſchheit in zwei in einander greifenden Hälften ſollte ausge⸗ führt werden. Ihr Auge erſchöpft die Nähe; das unſrige ſtrebt in die Ferne. Sie lernen die Gegenwart ganz aus; wir forſchen nach der Zu⸗ kunft, ohne immer ihre Keime in jener endeckt zu haben. Ihr Blick ruht auf der Oberfläche,