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und ein paradoxes Betragen über das Gemeine zu erheben, hat auch vielen den Kopf verſchroben. Selbſt die Neigung zu gefallen, die genau mit einer edeln Weiblichkeit zuſammenhängt, muß ¹ nicht ſelten den Ruin derſelben beſchleunigen hel⸗ fen, da hier ſo oft das blinde Vorurtheil, die gedankenloſe Mode, der falſche Geſchmack, und noch öfter die Sinnlichkeit entſcheidet. Daher die große Menge derer, die ſie methodiſch zu Grunde richten, worunter viele gewiß eines Beſ⸗ 3 ſern wehrt waren. 1 Nur das Urtheil des unbefangenen, verſtän⸗ digen, an Geiſt und Herz gebildeten Mannes darf Ihnen ſagen, was in Ihrem Betragen den Charakter der Weiblichkeit ausſpreche, oder ihn verläugne. Wenn auch in dieſen Zeiten der glat⸗ ten Schmeichelei und der herzloſen Gefälligkeit dieſes Urtheil ſelten zu Ihnen gelangt: ſo wird es Ihnen doch nicht ſchwer werden, zu erfahren, was Sie ihm gelten, welche Eigenſchaften des Gemüthes und welche Formen des Lebens ihn an⸗ ziehen, und Ihnen ſeine Achtung verbürgen. Sie werden darin die Winke der Natur wieder vernehmen, und, im ſtillen Merken auf beide, ſich nach dem edelſten Ideale bilden. Sie erlauben mir, Ihnen die Grundſtriche
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