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tur iſt in ihnen frech verhöhnt, ſchändlich gemiß⸗ handelt; es iſt tief verdorbene Natur, es iſt ſcheusliche Unnatur, der ſie ſich hingeben müſſen. Was wäre da noch zu bewahren?
Wenn indeß manche noch wohl den ernſtli— chen Willen haben, ihrer Beſtimmung getreu zu ſeyn: ſo iſt doch ſehr zu beſorgen, daß ein fal⸗ ſches Ideal ſie verführe. Das Herz deutet zwar auf das rechte Ziel hin; aber andre Andeutungen ſind lebhafter und reitzender. Die Achtung für einen wirklich achtungswehrten Mann hat ſchon manches gradſinnige Weib dahin gebracht, daß es ſich unvermerkt, mit Aufopferung ſeiner Weiblich⸗ keit, ihm nachbildete, oder doch in den Begriff von der Würde ſeines Geſchlechtes manches mit aufnahm, was nur am Manne vortrefflich iſt, das Weib aber entſtellen muß. Andre ſind durch den Umgang mit ſonſt herrlichen Frauen, deren Sinn nur nicht von aller Beimiſchung des Männ⸗ lichen frei war, allmählig daran gewöhnt worden, dieſes Letztere als etwas anzuſehen, das ſich von dem Bilde eines vollkommnen Weibes nicht tren⸗ nen laſſe; ſo ſehr ſich auch Anfangs ihr beßres Gefühl dagegen erklärte. Das Beſtreben, ſich auszuzeichnen, ſich durch paradore Meinungen
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