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Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.
ihre Zuhörer bis in die Fußſohlen dabei erkalteten. Da das Unerſchöpfliche gebracht ward und ſtierend offenbar künſtlich ein ſchwaches wäſſeriges Lächeln beabſichtigte, ward es, ſowie es ſie erblickte, augenblicklich krampfhaft und untröſtlich. Als ſie ſich endlich verabſchiedete, wäre es ſchwer zu beſtimmen geweſen, ob ſie dies mit einer Miene that, als ob ſie ſelber zum Schaffot abgeführt
werde, oder die Bewohner des Hauſes zu unverzüglicher
Hinrichtung zurückließ. Doch John Harmon ergötzte ſich
fröhlich an Allem und ſagte ſeiner Gattin, als ſie wieder
allein waren, daß ihr natürliches Weſen neben dieſer Folie nur um ſo lieblicher natürlich erſcheine, und daß er, wiewohl er keinen Augenblick beſtreite, daß ſie die Tochter ihres Vaters, doch feſt bei der Ueberzeugung bleiben müſſe, daß ſie nicht die Tochter ihrer Mutter ſein könne. 3
Dieſer Beſuch war, wie geſagt, ein großes Ereigniß. Ein anderes Ereigniß, das nicht groß, aber im Hauſe als ein beſonderes angeſehen wurde, trug ſich ziemlich um dieſelbe Zeit zu, und dies war das erſte Begegnen Mr. Sloppy's mit Miß Wren.
Die Puppenſchneiderin arbeitete eben an einer glän⸗
zend gekleideten Puppe für das Unerſchöpfliche, die volle
zwei Nummern größer war, als die letztgenannte junge
Perſon, und die Sloppy abholen ſollte, und abzuholen kam.
„Kommen Sie herein, Sir,“ ſagte Miß Wren, die
arbeitend an ihrer Bank ſaß. wohl ſein?“
Mr. Sloppy ſtellte ſich beim Namen und mit allen Knöpfen vor.
„O, wirklich!“ rief Jenny.„Ah! Ich habe mich da⸗ rauf gefreut, Sie kennen zu lernen. Ich hörte, wie Sie ſich ausgezeichnet.“
„Wirklich, Miß?“ grinſte Sloppy.„Ich freue mich ſehr, das zu hören, aber ich weiß nur nicht, wie?“
„Indem Sie Jemanden in einen Schmutzkarren warfen,“ ſagte Miß Wren.
„O, auf die Art!“ rief Sloppy.„Ja, Miß,“ und damit warf er den Kopf zurück und lachte. 4
„Meine Güte!, rief Miß Wren aus.„Oeffnen Sie doch nicht den Mund ſo weit, junger Menſch, oder er wird eines Tages ſo ſtehen bleiben und ſich nicht mehr ſchließen.“
Mr. Sloppy öffnete den Mund wo möglich noch, weiter und hielt ihn offen, bis er ausgelacht hatte.
„Ei, Sie gleichen dem Rieſen,“ ſagte Miß Wren, „als er in das Land Bohnenſtange heimkam und Jack zum Nachteſſen verzehren wollte.“
„War er hübſch, Miß?“ fragte Sloppy.
„Nein,“ ſagte Miß Wren.„Häßlich!“
Ihr Gaſt ſchaute ſich in dem Zimmer um, in dem es jetzt viele kleine Bequemlichkeiten gab, die früher dort nicht zu finden geweſen, und ſagte:—„Dies iſt ein hübſches Zimmer, Miß.“ 4
„Freut mich, das Sie das finden, Sir,“ erwiderte Miß Wren.„Und wie finden Sie mich?“
Da dies eine große Verlegenheit für Mr. Sloppy's Ehrlichkeit war, konnte er nur an einem Knopfe drehen, grinſen und ſtocken.
„Heraus damit!“ ſagte Miß Wren mit einem ſchel⸗ miſchen Blicke.„Finden Sie nicht, daß ich ein ſonder⸗ bares kleines Stück von Drolligkeit bin?“ Indem ſie nach dieſer Frage den Kopf gegen ihn ſchüttelte, fiel ihr Haar herunter.
„O!“ rief Sloppy mit einem Ausbruche der Be⸗ wunderung.„Welch' eine Maſſe! und welche Farbe!“
Miß Wren fetzte mit ihrem gewohnten ausdrucksvollen V
„Und wer mögen Sie
Rucke ihre Arbeit fort. Sie ließ jedoch, durch den Ein⸗ druck, den daſſelbe gemacht, nicht unangenehm berührt, ihr Haar loſe hängen.
„Sie wohnen' hier doch nicht allein, wie, Miß?“ fragte Sloppy.
„Nein,“ ſagte Miß Wren abgebiſſen. mit meiner Feenpathe.“
„Mit—“ Mr. Sloppy konnte es nicht verſtehen; „mit wem, ſagten Sie, Miß?“
„Nun!“ ſagte Miß ren etwas ernſter,„mit meinem zweiten Vater. er, was das betrifft, mit meinem erſten.“ Und ſie ſchüttelte den Kopf und ſeufzte. „Falls Sie ein armes Kind gekannt, das ich hier hatte,“ fügte ſie hinzu,„ſo würden Sie mich verſtanden haben. Aber Sie kannten ihn nicht und können es deshalb nicht. Deſto heſſer!“
„Sie müſſen lange gelernt haben,“ ſagte Sloppy, in⸗ dem er die Reihe von Puppen anſchaute, die ſie in Ar⸗ beit hatte,„um ſo ſauber und mit ſo hübſchem Geſchmack Harbeiten zu können.“
„Habe nie in einem einzigen Stiche Unterricht er⸗ halten, junger Menſch,“ ſagte Miß Wren, den Kopf zu⸗ rückwerfend.„Ich verſuchte und verſuchte eben, bis ich
„Wohne hier
dahinterkam. Machte es anfangs ſchlecht genug, jetzt
aber geht's beſſer.“
„Und ich habe ſchon, wer weiß wie lange, gelernt
und gelernt,“ ſagte Sloppy in ſelbſtvorwerfendem Tone,
„und Boffin bezahlt und bezahlt!“
„Ich habe gehört, was Ihr Handwerk iſt,“ ſagte Miß
Wren;„Sie ſind ein Kunſttiſchler.“
Mr. Sloppy nickte.„Jetzt, ſeit wir mit den Hügeln fertig ſind. Ich will Ihnen was ſagen, Miß. Ich möchte wohl Etwas für Sie machen.“
„Sehr verbunden. Aber was?“ „Ich könnte Ihnen eine kleine Commode machen,“ ſagte Sloppy, ſich im Zimmer umſchauend,„in die Sie
Ihre Puppen legten, oder ein Schubladenkäſtchen, in dem
Sie Ihre Seide, Baumwolle und Schnitzel aufbewahrten.
Oder ich könnte Ihnen eine ſchöne Krücke für jenen Stock
drechſeln, falls derſelbe dem gehört, den Sie Ihren Vater
nennen.“
„ Er gehört mir,“ erwiderte das kleine Weſen mit
einem ſchnellen Ergluͤhen des Geſichts und Nackens.„Ich
bin lahm.“
Der arme Sloppy erglühte ebenfalls, denn es wohnte hinter ſeinen Knöpfen ein inſtinctmäßiges Zartgefühl und er hatte daſſelbe mit eigener Hand berührt. Er ſagte, um es wieder gut zu machen, vielleicht das Beſte, was hätte geſagt werden können.„Es freut mich ſehr, daß er Ihnen gehört, denn ich möchte ihn lieber für Sie als für ſonſt irgend Jemanden verzieren. Bitte, darf ich ihn mir einmal anſehen?““
Miß Wren war im Begriff, ihm den Stock über die Bank hinzureichen, doch hielt ſie plötzlich inne und ſagte: „Aber es wird beſſer ſein, wenn Sie mich ihn gebrauchen ſehen. So geht's: Humpeldi, pumpeldi, pick pick pick. Nicht hübſch, wie?“—
„Es ſcheint mir, daß Sie ſeiner kaum bedürfen,“ ſagte Sloppy.
Die kleine Puppenſchneiderin ſetzte ſich wieder und gab ihm den Stock in die Hand, indem ſie mit jenem beſſeren Ausdruck im Geſicht und einem Lächeln ſagte: „Ich danke Ihnen!“
„Und was die Commode und das Schubkäſtchen be⸗
trifft,“ ſagte Sloppy, nachdem er den Griff an ſeinem
Aermel gemeſſen und den Stock ſanft an die Wand ge⸗ ſtellt,„ſo würde es mir eine wahre Freude ſein. Ich habe ſagen hören, daß Sie wunderſchön ſingen können;
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