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Unser gemeinschaftlicher Freund : Roman in vier Büchern / von Charles Dickens (Boz). Mit 40 Ill. von Marcus Stone. Aus dem Engl. von Marie Scott
Entstehung
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17 Vefinnung Hans 8

aus geführt in Augen.

mit ver⸗ nd,daß

8. Wilfet mit den Namen nde iſt, deſſen

aber ich kann egenheit dazu

cht, Einigkeit welchen Ver⸗

bmen Lächeln: nungeachtet

bücklic fühlte,

Mrs. Wilfer

Miß Lavinia, de, und Di

iger perſönlich

allergerikgſte 9 fallend. M, mns Du mit len kannſt, Lu 25 gar nicht at mir, in

Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.

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reiten, ſah ſie ſich genöthigt, mitnur zu zu ſchließen. Ein ſchwacher Schluß, der indeſſen von der Verachtung, mit der er geſprochen wurde, Kraft entlieh.

O, ja! rief Mr. Sampſon mit Bitterkeit.So geht es ſtets. Ich hab' noch nie

Wenn Du zu ſagen gedenkſt, daß Du noch nie eine junge Gazelle aufgezogen, unterbrach Miß Lavinia ihn

kurz,ſo magſt Du Dir die Mühe ſparen, denn es glaubt hier im Wagen Niemand, daß Du es nie gethan. Wir kennen Dich dazu zu wohl.(SDies ſollte ein Gnadenſtoß ſein.)

Lavinia, erwiderte Mr. Sampſon in jammervollem Tone,das beabſichtige ich nicht zu ſagen. Was ich ſagen wollte, war, daß ich nie erwartet habe, meinen glücklichen Platz in dieſer Familie zu behalten, nachdem das Glück ſeine Strahlen auf dieſelbe geworfen. Warum führt Ihr

einigen Anſchein der

V V V

mich, ſagte Mr. Sampſon,nach den funkelnden Hallen,

mit denen ich nimmer wetteifern kann, und verhöhnt mich dann mit meinem beſcheidenen Gehalt? Iſt dies edel? Iſt dies gütig?

Da die würdevolle Dame, Mrs. Wilfer, eine legenheit ſah, einige Bemerkungen von ihrem Throne fallen zu laſſen, nahm ſie hier den Wortwechſel auf..

Ge⸗

Mr. Sampſon, begann ſie,ich kann Ihnen nicht geſtatten, die Abſichten eines Kindes von mir falſch aus⸗

zulegen. Laß ihn in Ruh', Ma, unterbrach Miß Lavinia ſie

hochmüthig.Es iſt mir völlig gleichgültig, was er ſagt

oder thut.

Nein, Lavinia, ſprach Mrs. Wilfer,dieß greift das Blut der Familie an. Falls Mr. Georg Sampſon ſelbſt meiner jüngſten Tochter

(Ich ſehe nicht ein, warum Du Dich des Wortes

‚ſelbſte bedienen mußteſt, Ma, ſprach Miß Lavinia da⸗

zwiſchen,denn ich bin von ebenſo großer Wichtigkeit als

alle die Uebrigen.) Ruhe! ſagte Mrs. hole, falls Mr. Georg Sampſon meiner jüngſten Tochter

Wilfer feierlich.Ich wieder⸗

niedrige Beweggründe zuſchreibt, ſo wirft er denſelben

Vorwurf auf die Mutter meiner jüngſten Tochter. Dieſe

Mutter leugnet dieſelben, und fordert Mr. Georg Samp⸗

ſon, als einen Jüngling von Ehre, auf, zu ſagen, was er verlangt. Ich mag im Irrthum ſein Nichts iſt

wahrſcheinlicher aber es ſcheint mir, daß Mr. Georg,

Sampſon(mit einer majeſtätiſchen Handſchuhbewegung) in einer Equipage erſten Ranges ſitzt. Mir ſcheint, Mr. Georg Sampſon befindet ſich, wie er dies ſelber zugegeben, auf dem Wege nach einem Hauſe, das ein Pa⸗ laſt genannt werden dürfte. Mir ſcheint, daß Mr. Georg Sampſon aufgefordert iſt, an der ſoll ich ſagen Erhebung Theil zu nehmen, die der Familie zuge⸗ fallen, mit der er ſich ſoll ich ſagen zu vereinen den Ehrgeiz beſitzt? Woher alſo dieſer Ton von Mr. Sampſon?

Es kommt blos daher, Madame, ſagte Mr. Sampſon in unendlich gedrückter Stimmung,weil ich mir, im pecuniären Sinne, aufs Schmerzlichſte meines Unwerthes bewußt bin. Lavinia hat jetzt hohe Anver⸗ wandte. Darf ich hoffen, daß ſie noch immer die alte Lavinia bleiben wird? Und iſt es nicht verzeihlich, daß ich mich verletzt fühle, wenn ich ſie geneigt ſehe, mich anzufahren?

Falls Sie mit Ihrer Stellung nicht zufrieden ſind, Sir, bemerkte Miß Lavinia mit großer Höflichkeit,ſo können wir Sie an jeder beliebigen Straßenecke abſetzen, die Sie dem Kutſcher meiner Schweſter anzugeben die Güte haben wollen.

Theuerſte Lavinia, ſagte Mr. Sampſon,ich bete Dich an.

Wenn Du dies nicht in einer angenehmeren Weiſe thun kannſt, ſo wollt' ich, Du thäteſt es nicht,entgeg⸗ nete die junge Dame.

Und ich achte Sie, Madame, fuhr Mr. Sampſon fort,in einem Grade, der, wie ich wohl weiß, ſtets hinter Ihrem Verdienſte zurückbleiben muß, aber deſſen⸗ ungeachtet in einem außerordentlichen Grade. Habe Nachſicht mit einem Elenden, Lavinia, haben Sie Nach⸗ ſicht mit einem Elenden, Madame, der das edle Opfer, das Sie ihm bringen, tief empfindet, der aber den Ver⸗ ſtand verliert, hier ſchlug Mr. Sampſon ſich vor die Stirn,wenn er daran denkt, mit den Begüterten und Einflußreichen zu wetteifern.

Es wird Dir wahrſcheinlich, falls Du mit den Be⸗ güterten und Einflußreichen wetteifern ſollſt, zu rechter Zeit angedeutet werden, ſagte Miß Lavinia.Wenig⸗ ſtens in dem Falle, wo die Sache mich betrifft.

Mr. Sampſon drückte augenblicklich ſeine glühende Ueberzeugung aus, daß diesübermenſchlich ſei und kniete augenblicklich zu Miß Lavinia's Füßen.

Es ſetzte dem vollen Glücke der Mutter ſowohl als der Tochter die unentbehrliche Krone auf, daß ſie Mr. Georg Sampſon als einen bereitwilligen Gefangenen in die funkelnden Hallen, deren er ſelbſt erwähnt, ein⸗ und in denſelben umherführen konnten, indem ſie ihn zugleich zu einem lebendigen Zeugen ihrer Herrlichkeit und einem glänzenden Beiſpiele ihrer Herablaſſung machten. Wie ſie die Treppe hinangingen, geſtattete Miß Lavinia ihm, an ihrer Seite zu gehen, mit einer Miene, als ſage ſie: Ungeachtet all dieſer Pracht bin ich noch die Deine, Georg. Wie lange es noch währen mag, das iſt eine andere Sache, aber für jetzt bin ich noch die Deine. Sie machte ihn außerdem ſehr wohlwollend und mit lauter Stimme mit der Beſchaffenheit der Gegenſtände bekannt, die er erblickte und an die er nicht gewöhnt war; wie z. B.:Ausländiſche Pflanzen, Georg, Ein Vogelhaus, Georg, und ſo weiter. Während Mrs. Wilfer an all den Verzierungen mit der Haltung eines Wilden⸗Häuptlings vorüberging, der ſich compro⸗ mittirt fühlen würde, falls er das geringſte Zeichen von Erſtaunen oder Bewunderung von ſich gäbe. 4

In der That, das Benehmen dieſer verſtändigen Frau war ein Muſter für alle verſtändigen Frauen in ähnlichen Verhältniſſen. Sie erneuerte die Bekanntſchaft mit Mrs. und Mr. Boffin, als ob Mrs. und Mr. Bof⸗ fin von ihr geſagt, was ſie von ihnen geſagt hatte, und als ob die Zeit allein die Beleidigung zu verwiſchen im Stande ſei. Sie betrachtete jeden Diener, der ſich ihr nahte, als ihren geſchworenen Feind, der ihr mit den Schüſſeln, die er ihr darreichte, eine ausdrückliche Belei⸗ digung bot und aus den Weincaraffen Kränkungen auf ihre moraliſchen Gefühle ausgoß. Sie ſaß zur Rechten ihres Sohnes aufrecht am Tiſche, wie wenn ſie halb Gift in den Speiſen argwöhne und mit angeborener Characterſtärke all den andern tödtlichen Hinterhalten begegne. Ihr Benehmen gegen Bella war das Be⸗ nehmen, das ſie einer jungen Dame in guter Stellung gegenüber würde beobachtet haben, der ſie vor einigen Jahren in der Geſellſchaft begegnet. Selbſt, als ſie, unter dem Einfluſſe des ſchäumenden Champagners ein wenig aufthauend, ihrem Schwiegerſohne einige Scenen häuslichen Intereſſes über ihren Papa mittheilte, ließ ſie in dieſe Erzählung ſo arktiſche Andeutungen ein⸗ fließen, daß ſie ſeit dem Ableben ihres Papas ein ver⸗ kannter Segen der Menſchheit, und jener Herr eine froſtige Perſonification einer froſtigen Race geweſen, daß