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Unser gemeinschaftlicher Freund : Roman in vier Büchern / von Charles Dickens (Boz). Mit 40 Ill. von Marcus Stone. Aus dem Engl. von Marie Scott
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Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.

kaufen und Sie aus der Noth zu reißen. Machen Sie alſo, daß ſie's thut.

Bradley ſtierte ihn plötzlich dermaßen an, daß Rider⸗ hood, nicht wiſſend, wie er dies nehmen ſolle, ſich ſtellte, als ſei er mit dem Rauche von ſeiner Pfeife beſchäftigt, und denſelben mit der Hand fortfächelte und fortblies.

Ihr ſpracht zur Lehrerin, wie? fragte Bradley mit jener früheren Ruhe in Stimme und Geſicht, die incon⸗

ſequent erſchien, und mit abgewandten Blicken.

Paff! Ja, ſagte Riderhood, ſeine Aufmerkſamkeit von dem Rauche abziehend.Ich ſprach zu ihr. Ich ſagte nicht viel zu ihr. Mein Erſcheinen unter den jun⸗ gen Damen brachte ſie ganz außer Faſſung,(ich habe mich nie für einen Damenmann ausgegeben), und ſie nahm mich mit ſich in ihr Wohnzimmer und hoffte, es ſei doch nichts paſſirt. Ich ſagt' ihr:O, nein, nichts paſſirt. Der Herr Lehrer iſt mein ſehr guter Freund. Aber ich ſah, wie die Sachen ſich verhielten, und daß ſie bequem zu leben habe.

Bradley ſteckte die Börſe in die Taſche, packte das linke Handgelenk mit der rechten Hand und betrachtete mit ſtarren Blicken das Feuer.

Sie könnte nicht bequemer für Sie wohnen, als ſie es thut, ſagte Riderhood,und wenn ich mit Ihnen heimgehe,(was ich natürlich thun werde), empfehle ich Ihnen, ohne Zeitverluſt ihre Taſchen zu leeren. Sie können ſie dann heirathen, nachdem Sie ſich mit mir abgefunden haben. Sie iſt hübſch und ich weiß, daß Sie kein anderes Schätzchen haben können, da Sie erſt ſo kürzlich in einem andern Viertel eine Täuſchung er⸗ fahren.

Bradley ſprach während der ganzen Nacht kein ein⸗ ziges Wort mehr. Er veränderte nicht ein einziges Mal ſeine Stellung und ließ ſein Handgelenk nicht wieder los. Er ſaß ſtarr vor dem Feuer, wie wenn daſſelbe eine be⸗ zauberte Flamme geweſen, die ihn alt machte, und die dunkeln Furchen in ſeinem Geſichte wurden tiefer, das Stie ren immer wilder, die Geſichtsfarbe immer weißer und weißer, wie wenn es mit Aſche überzogen würde, und ſelbſt ſein Haar ſchien ſtarr und grau zu werden.

Erſt als das ſpäte Tageslicht das Fenſter durchſichtig machte, fing dieſe verwelkende Natur an ſich zu regen. Sie ſtand langſam auf, ſetzte ſich an das Fenſter und ſchaute hinaus.

Riderhood hatte die ganze Nacht auf ſeinem Stuhle ſtillgeſeſſen. Zu Anfang der Nacht hatte er ein paar Mal gemurmelt, es ſei bitter kalt, oder, das Feuer brenne ſehr ſchnell wenn er aufſtand, daſſelbe zu ſchüren; da er aber ſeinem Gefährten weder einen Laut noch eine Bewegung zu entlocken vermochte, hatte er danach geſchwiegen. Er traf eben einige unordentliche Vorbereitungen zum Kaffeemachen, als Bradley vom Fenſter kam, und ſeinen Oberrock anzog und ſeinen Hut aufſetzte.

Sollten wir nicht lieber ein Biſſel frühſtücken, ehe wir aufbrechen? ſagte Riderhood.Es iſt nicht gut, mit leerem Magen zu frieren, Meiſter.

Bradley ging, ohne ein Zeichen von ſich zu geben, daß er ion gehört, aus dem Schleuſenhauſe hinaus. Riderhood nahm haſtig ein Stück Brod vom Tiſche, ſeinen Bootsmannbündel unter den Arm und folgte ihm augenblicklich. Brasley wandte ſich in die Richtung von denbon Riderhood hocte ihn ein und ging neben ihm

ahin.

Die beiden Männer travan ſchweigend wohl drei Meilen neben einander weiter. Paͤtzlich wandte Bradley ſich um und ging zurück. Riderhood vehrte ebenfalls um und ſie ſchritten wieder neben einander davin.

Bradley ging wieder ins Schleuſenhaus hinein. Rider⸗ hood folgte ihm. Bradley ſetzte ſich ans Fenſter. Rider⸗ hood wärmte ſich vor dem Feuer. Nach einer Stunde etwa, oder darüber, ſtand Bradley plötzlich wieder auf und ging abermals hinaus, wandte ſich aber diesmal in die entgegengeſetzte Richtung. Riderhood kam dicht hinter ihm drein, holte ihn mit wenigen Schritten ein und ging wieder an ſeiner Seite.

Wie vorher kehrte Bradley, da er fand, daß ſein Be⸗ gleiter ſich nicht abſchütteln laſſe, auch diesmal plötzlich wieder um. Und wie vorher ging Riderhood mit ihm zurück. Doch gingen ſie diesmal nicht, wie vorher, ins Schleuſenhaus hinein, denn Bradley ſtand auf dem ſchnee⸗ bedeckten Raſen an der Schleuſe ſtill und ſchaute den Strom hinauf und den Strom hinab. Die Schifffahrt war durch den Froſt gehemmt, und die Landſchaft war nichts als eine weiße und gelbe Wüſte.

Kommen Sie, kommen Sie, Meiſter, ſagte Rider⸗ hood neben ihm.Dies iſt ein ſchlechtes Vergnügen. Und was ſoll es wohl nützen? Sie können mich nicht anders loswerden, als indem Sie ſich mit mir abfinden. Und ich gehe mit, wohin Sie immer gehen. 8

Ohne ein Wort zu erwidern, ſchritt Bradley ſchnell von ihm fort über die hölzerne Brücke, oberhalb der Schleuſenthore hin.Nun, hierin iſt ſogar noch weni⸗ ger Sinn und Verſtand, als in dem andern Verfahren, ſagte Riderhood ihm folgend.Dort iſt der Wehr⸗ damm, und Sie werden wieder umkehren müſſen, wiſſen Sie.

Bradley lehnte ſich, ohne im Geringſten auf ihn zu achten, gegen einen Pfahl und ruhte dort, die Augen auf den Boden heftend, aus.

Da ich einmal hierher gebracht bin, ſagte Rider⸗ hood ärgerlichwill ich Gebrauch davon machen und meine Schleuſen wechſeln. Dann ſchlug er mit lautem Geklapper und einem Waſſerſturze die Schleuſenthore, die offen geſtanden, zu, ehe er die andern öffnete. In dieſer Weiſe waren jetzt beide einander gegenüberliegende Thore für den Augenblick geſchloſſen.

Sie werden viel beſſer daran thun, wenn Sie ver⸗ nünftigeſind, Bradley Headſtone, Schulmeiſter, ſagte Riderhood, an ihm vorübergehend,oder ich will Sie nur um ſo trockner ausſaugen, wenn's zum Zahlen kommt. Ah! Wollt Ihr wohl!

Bradley hatte ihn um den Leib gefaßt. Es war, als ob er mit einem eiſernen Ringe umgürtet ſei. Sie befanden ſich am Rande der Schleuſe, ungefähr auf hal⸗ bem Wege zwiſchen den beiden Thoren.

Laßt los! ſagte Riderhood,oder ich ziehe mein Meſſer heraus und ſteche Euch, wo ich Euch immer treffen kann. Laßt mich los!

Bradley zog ihn dem Schleuſenrande zu Rider⸗ hood riß ſich von demſelben fort. Es war ein gewalti⸗ ges Ringen, ein wüthender Kampf mit Armen und Bei⸗ nen. Bradley riß ihn herum, daß er den Rücken der Schleuſe zuwandte, und ſchob ihn immer mehr rück⸗ wärts.

Laßt los! ſagte Riderhood.Halt! Was ver⸗ ſuchen Sie eigentlich? Sie können mich nicht erſäufen. Habe ich Ihnen nicht geſagt, daß ein Menſch, der ein⸗ mal vom Ertrinken gerettet worden, nie ertrinken kann? Ich kann nicht erſäuft werden.

Aber ich! erwiderte Bradley mit verzweifelter Stimme durch ſeine feſt zuſammengebiſſenen Zähne hin⸗ durch.Ich bin's entſchloſſen. Ich halte Euch lebend und im Tode feſt. Kommt herunter!

Riderhood ſank rücklings in das glatte Gewäſſer hinab und Bradley Headſtone folgte oben auf ihm. Als die