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Unser gemeinschaftlicher Freund : Roman in vier Büchern / von Charles Dickens (Boz). Mit 40 Ill. von Marcus Stone. Aus dem Engl. von Marie Scott
Entstehung
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655 Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.. 656

Schluſſe. Ihr hieltet mich ſo eben für den Beſitzer des Vermögens meines Vaters. Und das bin ich. Aber etwa durch irgend eine Verordnung meines Vaters oder irgend ein perſönliches Anrecht? Nein. Durch Mr. Bof⸗ fin's hochherzige Großmuth. Die Bedingungen, die er mit mir machte, ehe er mir das Geheimniß der Brannt⸗ weinflaſche mittheilte, waren die, daß ich das Vermögen und er ſeinen Hügel nehmen ſolle, und weiter nichts. Ich verdanke Alles, was ich beſitze, einzig und allein der Uneigennützigkeit, Rechtſchaffenheit, Liebe, Güte(ich kann nicht Worte genug dafür finden) von Mr. und Mrs. Boffin. Und bei dem, was ich wußte, iſt es nur zum Verwundern, daß ich, als ich einen ſolchen Kothwurm,

wie Ihr, ſich in dieſem Hauſe gegen jene edle Seele

ſolche Frechheit herausnehmen ſah, Euch nicht den Hals umzudrehen verſuchte, um Euren Kopf Eurem Hute aus dem Fenſter nachzuwerfen! fügte John Harmon durch ſeine zuſammengebiſſenen Zähne hindurch und mit einem ſehr garſtigen Riſſe an Wegg's Cravatte hinzu.So! Dies iſt meine letzte kurze Rede, verſteht Ihr?

Silas führte, ſobald er freigelaſſen, die Hand an die Kehle, und ſah aus, als ob ihm dort eine ziemlich große Fiſchgräte ſtecken geblieben. Gleichzeitig mit dieſer Be⸗ wegung von ſeiner Seite in ſeiner Ecke ward eine ſehr ſonderbare und, dem Anſcheine nach, ſehr unerklärliche Bewegung von Mr. Sloppy gemacht, der ſich an der Wand entlang rückwärts zu Mr. Wegg hinſchob, etwa in der Weiſe eines Kohlen⸗ oder Laſtträgers, der einen Sack Kohlen oder Mehl aufzunehmen im Begriff iſt.

Es thut mir leid, Wegg, ſagte Mr. Boffin in ſeiner Milde,daß meine alte Dame und ich keine beſſere Meinung von Euch haben können, als die ſchlechte, die Ihr uns aufgedrungen habt. Aber ich möchte Euch, nach⸗ dem Alles vorüber und abgemacht iſt, nicht gern in einer ſchlimmern Lage laſſen, als die, in der ich Euch urſprüng⸗ lich fand. Deshalb ſagt mir, ehe wir ſcheiden, mit einem Worte, was es koſten wird, um Euch wieder in einer Bude zu etabliren?

Und zwar an einer andern Stelle, fügte John Harmon hinzu,denn Ihr laßt Euch nicht wieder vor dieſen Fenſtern ſehen.

Mr. Boffin, erwiderte Wegg mit habgieriger Unter⸗ würfigkeit,als ich die Ehre hatte, Ihre Bekanntſchaft zu machen, war ich im Beſitz einer Sammlung von Bal⸗ laden, die, wie ich wohl ſagen darf, unſchätzbar war.

Dann kann ſie nicht bezahlt werden, ſagte John Harmon,und deshalb verſucht es lieber gar nicht, mein lieber Herr.

Ich bitt' um Vergebung, Mr. Boffin, fuhr Wegg mit einem boshaften Blicke in die Richtung des Sprechen⸗ den fort,ich richtete meine Worte an Sie, da Sie, falls mich nicht meine Sinne trügen, die Frage an mich gerichtet. Ich hatte eine ſehr ausgeſuchte Sammlung

von Balladen, und es befand ſich ein neuer Vorrath von

Honigkuchen in dem zinnernen Kaſten. Weiter ſage ich nichts, ſondern überlaſſe es lieber Ihnen.

Aber es iſt ſchwer zu beſtimmen, was recht iſt, ſagte Mr. Boffin unruhig, mit der Hand in der Taſche,

und ich will nicht mehr thun, als recht iſt, weil Ihr

Euch wirklich als ein ſo außerordentlich ſchlechter Menſch erwieſen. Ihr wart ſo hinterliſtig und undankbar, Wegg; denn wann habe ich Euch je ein Unrecht angethan?

Es war ferner, fuhr Mr. Wegg mit ſinnender Miene fort,eine Botenkundſchaft damit verbunden, in der ich ſehr geachtet war. Aber ich möchte nicht für habſüchtig gehalten werden und möchte es deshalb lieber Ihnen überlaſſen, Mr. Boffin.

Ich weiß auf Ehre nicht, wie ich die Ge⸗

ſchichte anſchlagen ſoll, murmelte der Goldene Kehricht⸗ mann.

Es gehörten außerdem, fuhr Wegg fort,ein Paar Holzböcke dazu, für die allein ein Irländer, der ſich auf Holzböcke verſtand, mir fünf Schillinge und Sixpence bot eine Summe, von der ich nicht hören wollte, denn ich würde dabei verloren haben und es war ein

Schemel, ein Regenſchirm, ein Kleiderbock und ein Prä⸗

ſentirbrett dabei. Aber ich überlaſſe es Ihnen, Mr. Boffin..

Da der Goldene Kchrichtmann mit einer ſchwierigen Berechnung beſchäftigt zu ſein ſchien, unterſtützte Mr. Wegg ihn durch folgende ferneren Poſten.

Außerdem waren dort Miß Eliſabeth, Maſter Georg, die Tante Jane und der Onkel Parker. Ah! Wenn man den Verluſt einer ſolchen Gönnerſchaft bedenkt; wenn man einen ſo ſchönen Garten durch die Schweine umwühlt ſieht, dann wird es Einem in der That ſchwer, es, ohne ſehr hoch zu gehen, in Geld anzuſchlagen. Aber ich überlaſſe es ganz Ihnen, Mr. Boffin, Sir.

Mr. Sloppy blieb noch immer bei ſeiner merkwür⸗ digen und anſcheinend unerklärlichen Bewegung.

Es iſt etwas von Beſtärken erwähnt worden, ſagte Wegg mit melancholiſcher Miene,und es läßt ſich nicht leicht beſtimmen, wie weit mein Gemüth durch die un⸗ geſunde Lectüre über Geizhälſe verdorben worden, als Sie mich und Andere darin beſtärkten, Sie ſelbſt für einen ſolchen zu halten, Sir. Ich kann blos ſagen, daß ich zur Zeit fühlte, daß es mein Gemüth verdarb. Und wie kann man wohl ſein Gemüth in Geld anſchlagen! Es war dort außerdem ſoeben noch ein Hut, Aber ich

überlaſſe das Ganze Ihnen, Mr. Boffin.

Kommt! ſagte Mr. Boffin.Hier ſind zwei Pfund.

Die kann ich, um mir ſelber gerecht zu ſein, un⸗ möglich annehmen, Sir.*

Die Worte waren kaum über ſeine Lippen, als John Harmon den Finger erhob und Sloppy, der jetzt hart bis an Wegg herangekommen, ſich mit dem Rücken an Wegg's Rücken ſtellte, ſich bückte, feſt mit beiden Hän⸗ den Wegg's Rockkragen packte und ihn geſchickt, gleich

einem Mehl⸗ oder Kohlenſacke, auf ſeinen Rücken ſchwang.

Mr. Wegg trug in dieſer Lage, in der ſeine Knöpfe ſich faſt ebenſo ſehr dem Beſchauer aufdrängten, wie Sloppy's, und ſein hölzernes Bein einen höchſt unbequemen Anblick⸗ bot, ein Antlitz von beſonderem Mißbehagen und Er⸗ ſtaunen zur Schau. Doch war daſſelbe nicht viele Minu ten lang im Zimmer ſichtbar; denn Sloppy trabte leicht mit ihm hinaus und die Treppe hinunter, während Mr. Venus ihn begleitete, um die Hausthür zu öffnen. Mr.

Sloppy's Inſtructionen waren dahin gegangen, daß er

ſeine Laſt auf der Straße abſetzte; da aber zufälliger⸗ weiſe ein Straßenfegerkarren an der Ecke ſtand, an deſſen Rade eine kleine Leiter gelehnt war, vermochte Mr. Sloppy der Verſuchung nicht zu widerſtehen, Mr. Silas Wegg zu dem Inhalte des Karrens hinzuzuſchütten. Ein

ziemlich ſchwieriges Kunſtſtück, das indeſſen mit großer Gewandtheit und einem ungeheuren Platſchen ausge⸗

führt ward.

Funfzehntes Capitel. Was in den Schlingen gefangen, die gelegt worden.

Wie Bradley Headſtone ſeit jenem Abend, an dem er ſo zu ſagen aus der Aſche des Bootsmannes erſtanden, im Geiſte gequält und gemartert geweſen, hätte Nie⸗

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