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außergewöhnlich ſchlammig, kothig und unbehaglich, daß Wegg ſich zu Wagen nach dem Schlachtfelde verfügte; indem er ſich vorſtellte, daß ein Mann, der ſo zu ſagen auf die Bank gehe, um ein beträchtliches Vermögen zu erheben, ſehr wohl eine ſo unbedeutende Ausgabe er⸗ ſchwingen könne.
Venus war pünktlich, und Wegg übernahm es, an⸗ zuklopfen und die Unterhaltung zu leiten. Er klopfte alſo an die Thür. Die Thür ward geöffnet.
„Boffin zu Hauſe?“.
Der Diener erwiderte, Mr. Boffin ſei zu Hauſe.
„Ich will mich mit ihm begnügen,“ ſagte Wegg, „obgleich ich ihn nicht ſo nenne.“
Der Diener fragte, ob ſie auf Beſtellung kämen.
„Ich will Euch was ſagen, junger Mann,“ ſagte Wegg,„ich will dies nicht haben. Dies ſagt mir nicht zu. Ich habe nichts mit dem Geſinde zu ſchaffen. Ich ſuche Boffin.“
Sie wurden in ein Empfangzimmer geführt, wo der allmächtige Wegg ſeinen Hut aufbehielt und pfiff, und mit dem Zeigefinger an eine Stutzuhr auf dem Kamin⸗ ſimſe ſtieß, bis er dieſelbe ſchlagen machte. Nach wenigen Minuten wurden ſie dann in ein Zimmer hinaufgeführt, das früher Boffin's Zimmer geweſen, und außer der Eingangsthür noch eine Flügelthür hatte, die es mit einer Reihe von anderen Gemächern verband. Hier ſaß Boffin an einem Leſetiſche und hier zog Wegg, nachdem er den Diener durch eine gebieteriſche Geberde gehen ge⸗ heißen, den Hut aufbehaltend, einen Seſſel herbei und ſetzte ſich hart neben ihm nieder. Und hier machte Mr. Wegg ferner die Erfahrung, wie ihm der Hut vom Kopfe geriſſen und dann aus dem Fenſter geworfen ward, zu welchem Zwecke letzteres geöffnet und dann wieder ge⸗ ſchloſſen wurde.
„Sehen Sie ſich vor, daß Sie ſich in Gegenwart dieſes Herrn keine impertinenten Freiheiten herausneh⸗ men,“ ſagte der Eigenthümer der Hand, die dies aus⸗ geführt,„ſonſt werde ich Sie dem Hute nachwerfen.“
Wegg griff ſich unwillkürlich mit den Händen an den unbedeckten Kopf und ſtierte den Secretair an; denn dieſer war es, der mit ſtrengem Geſicht zu ihm ſprach und der ſoeben ruhig durch die Flügelthür hereinge⸗ kommen war.
„O!“ ſagte Wegg, ſowie er die Sprache wiederfand. „Sehr gut! Ich gab Befehl, daß Sie entlaſſen würden. Und Sie ſind nicht gegangen, wie? O! Wir wollen ſo⸗ gleich hierüber reden; ſehr gut!“
„Und ich bin auch nicht gegangen,“ ſagte eine andere Stimme.
Es war noch Jemand durch die Flügelthür herein⸗ gekommen. Wie er den Kopf umwandteo, erblickte Wegg ſeinen Verfolger, den immer wachen Kehrichtmann, voll⸗ ſtändig equipirt, im Hute mit breitem Nackenſchirm und baumwollenſammetnen Kniehoſen. Der, indem er ſeinen zerſchlagenen Kopf von ſeinem Verbande befreite, einen Kopf zeigte, der ganz, und ein Geſicht, das Sloppy's war.
„Ha, ha, ha, meine Herren!“ ſagte Sloppy mit brüllendem Gelächter und unausſprechlichem Hochgenuſſe. „Er dachte nicht daran, daß ich ſtehend ſchlafen könne, wie ich es oft gethan, wenn ich für Mrs. Higden gerollt habe! Er dachte nicht daran, daß ich Mrs. Higden die Polizeinachrichten mit verſchiedenen Stimmen vorzuleſen pflegte! Aber ich habe ihm während der ganzen Zeit das Leben verbittert, meine Herren, das hoffe ich wenigſtens von ganzem Herzen!“ Und hier offenbarte Mr. Sloppy, indem er in einem wahrhaft beunruhigenden Maße den Mund öffnete und zu einem abermaligen Gelächter den Kopf zurückwarf, unzählige Knöpfe.
tend außer Faſſung gebracht;„Eins und Eins macht Zwei, die noch nicht entlaſſen worden, wie? Bof—fin! Laſſen Sie mich jetzt eine Frage an Sie richten. Wer ſtellte dieſen Burſchen in dieſer Kleidung an, als das Abfahren anfing? Wer beſchäftigte dieſen Burſchen?“
„Hört einmal!“ ſagte Sloppy, mit dem Kopfe vor⸗ wärtsſtoßend.„Kein Geburſche, oder ich werfe Euch aus dem Fenſter!“
Mr. Boffin beruhigte ihn durch eine Handbewegung und ſagte:„Ich beſchäftigte ihn, Wegg.“
„Ol Sie beſchäftigten ihn, Boffin? Sehr gut. Mr. Venus, wir ſteigern unſern Preis und wir können nichts Beſſeres thun, als zur Sache kommen. Boffin! ich ver⸗ lange, daß das Zimmer von dieſen Beiden, von dieſem Abſchaum der Erde, geſäubert werde.“
„Das wird nicht geſchehen, Wegg,“ erwiderte Mr. Boffin, indem er ruhig auf der einen Ecke des Leſetiſches daſaß, während der Secretair eben ſo ruhig auf der andern ſaß.
„Boffin! wird nicht geſchehen?“ wiederholte Wegg. „Nicht, wenn ich Sie vor Ihrer Gefahr warne?“
„Nein, Wegg, ſagte Mr. Boffin, gutmüthig den Kopf ſchüttelnd,„ſelbſt nicht, wenn Ihr mich vor meiner Gefahr warnet, und auch unter keiner andern Bedingung.“
Wegg überlegte einen Augenblick und ſagte dann: „Mr. Venus, wollen Sie die Gefälligkeit haben, mir jenes Document zu reichen?“
„O, gewiß, Sir,“ erwiderte Venus, ihm daſſelbe mit großer Höflichkeit überreichend.„Hier iſt es. Nachdem ich daſſelbe hiermit abgegeben, möchte ich eine kleine Bemerkung machen: nicht ſo ſehr, weil dieſelbe irgend⸗ wie nothwendig iſt, oder irgend eine neue Lehre oder Entdeckung enthält, ſondern weil ſie mir einen Troſt ge⸗ währt. Silas Wegg, Ihr ſeid ein erſtaunlicher alter Schurke!“
Mr. Wegg, der während der Höflichkeit des Andern mit dem Document den Tact geſchlagen, wie wenn er ein Compliment erwartete, ſtellte das bei dieſem un⸗ erwarteten Schluſſe plötzlich ein.
„Silas Wegg,“ ſagte Venus,„wißt, daß ich mir die Freiheit nahm, Mr. Boffin ſchon zu einer ſehr frühen Zeit der Exiſtenz unſerer Firma als ſtillen Geſellſchafter mit in dieſelbe aufzunehmen.“
„Vollkommen wahr,“ fügte Mr. Boffin hinzu;„und ich ſtellte Venus durch ein paar Vorſchläge auf die Probe und fand, daß er im Ganzen genommen ein ſehr recht⸗ licher Mann ſei, Wegg.“
„Dies beliebt Mr. Boffin in ſeiner Nachſicht zu ſagen,“ bemerkte Venus;„obwohl meine Hände zu An⸗
fang dieſer ſchmutzigen Geſchichte für einige Stunden—
nicht ganz ſo ſauber waren, als ich gewünſcht hätte. Aber ich hoffe, daß ich es bald und vollſtändig wieder gut gemacht.“
„Das habt Ihr, Venus,“ ſagte Mr. Boffin.„Ver⸗ ſteht ſich, verſteht ſich, verſteht ſich.“
Venus verneigte achtungsvoll und dankbar das Haupt. „Ich danke Ihnen, Sir. Ich bin Ihnen für Alles ſehr dankbar. Für Ihre gegenwärtige gute Meinung von mir, für die Art und Weiſe, in der Sie mich empfingen und ermuthigten, als ich mich zuerſt mit Ihnen in Rapport ſetzte, und für den Einfluß, den Sie ſeitdem ſo gütiger⸗ weiſe bei einer gewiſſen Dame zu meinen Gunſten gel⸗ tend gemacht— Sie ſowohl, als Mr. John Harmon,“ gegen den er Nennung ſeines Namens ver⸗ beugte. Wegg folgte dem Namen mit ſcharfen Ohren und
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