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Unser gemeinschaftlicher Freund : Roman in vier Büchern / von Charles Dickens (Boz). Mit 40 Ill. von Marcus Stone. Aus dem Engl. von Marie Scott
Entstehung
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Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.

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verkündete, die, von dieſem Dämon der Unruhe ange⸗

führt, wieder zur Arbeit herkamen. Ein andermal ward er vielleicht aus dem tiefſten Schlaf geſtört, und wieder

ein andermal achtundvierzig Stunden ununterbrochen an ſeinem Poſten feſtgehalten. Je mehr ſein Verfolger ihn

bat, ſich nicht zu bemühen, indem er herauskäme, je

argwöhniſcher ward der liſtige Wegg, daß man Spuren von etwas Verborgenem gefunden, und Verſuche mache, ihn zu überliſten. Seine Ruhe ward auf dieſe Weiſe ſo unausgeſetzt unterbrochen, daß er ein Leben führte, wie wenn er eine Wette gemacht, binnen zehntauſend Stunden zehntauſend Hundewachen zu halten, und ſich

ſtets in dem kläglichen Lichte eines Menſchen ſah, der Er war

beſtändig aufſtehe und doch nie zu Bette gehe. endlich ſo hager und elend geworden, daß ſein höl⸗ zernes Bein unproportio⸗ nirt erſchien und im Ver⸗ gleich mit dem übrigen Theil ſeines geplagten Kör⸗ pers ein behäbiges Aus⸗ ſehen hatte, das man faſt wohlbeleibt hätte nennen können.

Indeſſen hatte Wegg den Troſt, daß alle ſeine Unannehmlichkeiten jetzt ein Ende hatten und er unver⸗ züglich ſein Vermögen an⸗ treten werde. In letzter Zeit hatte es allerdings mehr das Anſehen gehabt, als ob die Daumſchrauben ihm aufgeſetzt geweſen, anſtatt dem Boffin, aber deshalb ſollten ſie jetzt Boffin um ſo ſchärfer auf⸗ geſetzt werden. Bis hieher hatte Mr. Wegg es milde mit ſeinem kehrichtigen Freunde gemacht, da er durch die Ränke des ſchlaf⸗ loſen Kehrichtmannes an der Ausführung ſeiner liebenswürdigen Abſicht, oft bei ihm zu ſpeiſen, ver⸗ hindert worden. Er hatte ſich genöthigt geſehen, Mr.

Was nennen Sie Schuſterpunſch? fragte Wegg in ſchlechterer Laune, denn je.

Es iſt ſchwer, Ihnen das Recept dafür mitzutheilen, Sir, erwiderte Venus,denn wie vorſichtig Sie immer in der Miſchung des Materials ſein mögen, es kommt immer noch ſo viel auf die individuellen Gaben und das Gefühl an, mit dem ſie gemiſcht werden. Aber die Grund⸗ lage iſt Wachholderbranntwein.

In einer viereckigen Branntweinflaſche? ſagte Wegg düſter, indem er ſich ſetzte.

Sehr gut, Sir, ſehr gut! rief Venus.Wollen Sie ein Gläschen, Sir?

Will ich ein Gläschen? erwiderte Wegg ſehr ver⸗ drießlich.Natürlich will ich! Will ein Menſch ein Gläschen, der durch einen ewigen Kehrichtmann mit verbundenem Kopf um Sinn und Verſtand ge⸗ bracht worden! Will er, wahrlich! Als ob er wohl nicht wollte!

Werden Sie nicht är⸗ gerlich, Mr. Wegg. Sie ſcheinen nicht in Ihrer ge⸗ wohnten guten Stimmung zu ſein.

Was das betrifft, brummte Wegg,ſo ſchei⸗ nen Sie ebenſo wenig in Ihrer gewohnten Stim⸗ mung zu ſein. Sie ſchei⸗ nen plötzlich munter zu werden.

Dieſer Umſtand ſchien Mr. Wegg in ſeiner ge⸗ genwärtigen Gemüthsver⸗ faſſung großen Anſtoß zu verurſachen.

Und Sie haben ſich's Haar ſchneiden laſſen! ſagte Wegg, den ſtaubigen Haarbuſch vermiſſend.

Ja, Mr. Wegg. Aber laſſen Sie ſich dadurch eben⸗ ſo wenig ärgerlich machen.

Und ich will mich hängen laſſen, wenn Sie nicht corpulent zu werden

Venus abzuſenden, ihren anfangen! ſagte Wegg kehrichtigen Freund Boffin mit geſteigertem Mißver⸗ zu bewachen, während er 4 gnügen.Was werden in der Laube dürr und Sie noch zunächſt thun?

mager ward.

Als endlich die Hügel abgetragen und fort waren, begab Mr. Wegg ſich zu Mr. Venus' Muſeum. Da es Abend war, fand er dieſen Herrn, wie er erwartet, vor dem Kaminfeuer; aber nicht, wie er erwartet, beſchäftigt, ſeinen gewaltigen Geiſt in Thee zu ſchwemmen.

Wie, es riecht hier ziemlich gemüthlich bei Ihnen! ſagte Wegg, dies anſcheinend übelnehmend, und indem er ſtillſtand und ſchnüffelte.

Ich fühle mich in der That recht gemüthlich, Sir, ſagte Venus.

Sie bedienen ſich doch nicht etwa in Ihrem Geſchäfte der

Citronen, wie? fragte Wegg, abermals ſchnüffelnd. Nein, Mr. Wegg, ſagte Venus.Wenn ich mich ihrer je bediene, ſo geſchieht dies in Schuſterpunſch.

Mr. Boffin macht an der Kinderſtubenthür ſeine Aufwartung.(S. 645.)

Nun, Mr. Wegg, ſagte Venus mit einem muntern Lächeln,ich denke mir, Sie werden kaum erra⸗ then, was ich zunächſt thun werde.

Ich verlange es nicht zu rathen, entgegnete Wegg. Alles, was ich zu ſagen habe, iſt, daß es ein Gluͤck für Sie geweſen, daß die Theilung der Arbeit das war, was ſie war. Es traf ſich glücklich für Sie, daß Ihr An⸗ theil an⸗dem Geſchäft ſo leicht, während der meinige ſo ſchwer war. Ihre Ruhe iſt nicht geſtört worden, dar⸗ auf wollt ich ſchwören.

Durchaus nicht, Sir, ſagte Venus.Habe in meinem ganzen Leben nie ſo vortrefflich geſchlafen, ich dank' Ihnen.

Ahl brummte Wegg.Sie hätten an mein er Stelle ſein ſollen. Wären Sie an meiner Stelle ge⸗

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ſagte Wegg.

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