Druckschrift 
Unser gemeinschaftlicher Freund : Roman in vier Büchern / von Charles Dickens (Boz). Mit 40 Ill. von Marcus Stone. Aus dem Engl. von Marie Scott
Entstehung
Einzelbild herunterladen

d dann wollen

die Ge⸗

ihm einen

nge⸗

zur Beſinnung ohl Urſache

prach,

eiden,

bthums be⸗ teichth

aute daun wieder

Dich nicht um lch Mun a mich. Nun zallmälig und 7, une wie el n in Ver⸗

kt hätte, ent⸗ der weiten Pelt de ben zurückzu⸗ ³. wner und ewig Du huſt noch mein Noddy uurechtermaßen,

jetzt um die Ecke galoppirt.

641

wenngleich ganz unſchuldigerweiſe, in den Beſitz eines

Vermögens gelangt und was noch mehr daſſelbe vielleicht bis an ſein Ende hätte behalten können, machte ihn im Geſicht weißer als Kalk.

Und Dich ebenfalls, ſagte Mr. Boffin.

Kümmere Dich um ihn ebenſo wenig, mein Herzchen, fuhr Mrs. Boffin fort,ſondern halte Dich an mich. Damit kommen wir zu einer Beſprechung über ein ge⸗ wiſſes ſchönes junges Frauenzimmer, und Noddy ſpricht ſeine Anſicht aus, daß ſie ein liebes Geſchöpfchen iſt. Sie mag vielleicht ein klein wenig durch die Verhält⸗ niſſe verdorben ſein, und zwar ſehr natürlicherweiſe, ſagt er, ‚aber das iſt nur oberflächlich, und ich ſetze mein Leben daran, daß ihr Herz von ächtem Golde iſt, ſagt er.

Und Du ebenfalls, ſagte Mr. Boffin.

Achte Du keine Secunde auf ihn, mein Herzchen, fuhr Mrs. Boffin fort,ſondern halte Dich an mich. Dann ſagt John:O, wenn er ſich hiervon nur über⸗ zeugen könnte!e Und wir ſagen Beide augenblicklich: Ueberzenge Dich davon!

Bella fuhr auf und warf einen haſtigen Blick auf Mr. Boffin. Dieſer ſaß jedoch mit einem gedankenvollen Lächeln da und betrachtete ſeine breite braune Hand, und entweder bemerkte er es nicht, oder er wollte nicht da⸗ rauf achten.

Ueberzeuge Dich, John! ſagen wir, wiederholte Mrs. Boffin.Ueberzeuge Dich und triumphire über Deine Zweifel, und ſei zum erſten Male in Deinem Leben und für den Reſt Deines Lebens glücklich.: Dies verſetzt John in einen ſolchen Zuſtand! Darauf ſagen wir: Was wird Dich zufrieden ſtellen? Falls ſie Dich ver⸗ theidigte, wenn Du beleidigt, falls ſie ein großmüthiges Herz zeigte, wenn Du bedruͤckt würdeſt, falls ſie Dir am treueſten ergeben, wenn Du am ärmſten und freundloſeſten wäreſt und alles Dies anſcheinend gegen ihr eigenes Intereſſe würde Dir das genügen?Genügen! ſagte John, ‚es würde mich in den Himmel erheben! Dann, ſagte Noddy, ‚triff Deine Reiſevorkehrungen, John, denn ich habe die feſte Ueberzeugung, daß Du dort hinauf mußt!

Bella fing auf eine halbe Secunde einen funkelnden Blick von Mr. Boffin auf, doch wandte er denſelben ſo⸗ gleich wieder von ihr ab auf ſeine breite braune Hand.

Du warſt von Anfang an immer ein beſonderer Lieb⸗ ling Noddy's, ſagte Mrs. Boffin, den Kopf ſchüttelnd. Ja, ja, das warſt Du! Und ich weiß nicht, was ich Dir vielleicht hätte anthun können, falls ich zur Eifer⸗ ſucht geneigt geweſen. Da ich dies aber nicht war, ei, mein Prachtherzchen, ſagte ſie, Bella mit einem herz⸗

lichen Lachen umarmend,ſo machte ich Dich ebenfalls

Aber die Pferde kommen Nun! Dann ſagt mein Noddy, ſich vor Lachen ſchüttelnd, daß ihm die Seiten weh' thun mußten: ‚Mach' Dich auf Beleidigungen und Bedrückungen gefaßt, John, denn wenn je ein Menſch einen harten Herrn hatte, ſo ſollſt Du von jetzt an in mir einen ſolchen finden. Und dann fing er an! rief Mrs. Boffin, außer ſich vor Bewunderung.Du mein Himmel, da fing er an! Und wie!

Bella ſchaute ihn halb ängſtlich, halb lachend an. Aber, du mein Himmel, fuhr Mrs. Boffin fort,

zu meinem beſonderen Liebling.

wenn Du ihn damals Abends hätteſt ſehen können!

Wie er dazuſitzen und in ſich hinein zu lachen pflegte! Wie er zu ſagen pflegte: ‚Ich bin heute ein ächter brauner Bär geweſen, und ſich dann bei dem Gedanken, welch ein Ungeheuer zu ſein er ſich geſtellt, in die Arme nahm und ſich innerlich freute. Aber jeden Abend ſagt' er zu

Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund. 642

mir: Es geht immer beſſer, alte Dame. Was ſagten wir wohl von ihr? Sie wird als ächtes, wahres Gold daraus hervorgehen. Arbeit ſein, das wir je verrichtet haben. Und dann pflegte er zu ſagen: ‚Ich will morgen noch ein brummi⸗ gerer alter Bär ſein! und zu lachen, wahrlich, bis John und ich ihn oft auf den Rücken zu klopfen und es ihm mit einem Tropfen Waſſer aus der Luftröhre herauszu⸗ ſchaffen genöthigt waren.

Mr. Boffin gab, wie ſeiner in dieſer Weiſe Erwäh⸗ nung gethan ward, keinen Laut von ſich, ſondern zuckte, das Geſicht auf ſeine ſchwere Hand herabbeugend, mit den Schultern auf und ab, wie wenn er ſich im höchſten Grade beluſtigt fühle.

Und ſo, mein bravſtes Tauſendſchönchen, fuhr Mrs. Boffin fort,verheiratheteſt Du Dich und wir waren während der Ceremonie von Deinem Gatten hinter der Orgel verſteckt; denn er wollte uns damals noch nicht mit der Wahrheit zum Vorſchein kommen laſſen, wie wir es anfangs beabſichtigt hatten. ‚Nein, ſagte er, ‚ſie iſt ſo uneigennützig und zufrieden, daß ich noch nicht reich ſein mag. Ich muß noch ein wenig warten. Dann, als das Kleine erwartet wurde, ſagt' er: ‚Sie iſt eine ſo fröhliche, herrliche kleine Hausfrau, daß ich noch nicht reich ſein mag. Ich muß noch ein wenig warten. Als darauf das Kleinchen geboren ward, ſagt' er: ‚Sie iſt ſo viel beſſer, als ſie noch je geweſen, daß ich noch nicht reich ſein mag. Ich muß noch ein wenig warten. Und ſo macht er es immer fort und fort, bis ich endlich geradezu ſage: ‚Nun, John, wenn Du jetzt nicht die Zeit beſtimmſt, wo Du ſie in ihrem eigenen Hauſe ein⸗ ſetzen und uns aus demſelben hinausſpazieren laſſen willſt, ſo werde ich zur Angeberin. Darauf ſagt er, er will nur noch warten, bis er über alle unſere Erwartungen triumphirt, und er ſie uns als noch beſſer zeigen kann, als ſelbſt wir ſie je geglaubt; und er ſagt: ‚Sie ſoll mich des Mordes an mir ſelber verdächtigt ſehen, und dann ſollt Ihr ſehen, wie treu ſie an mir feſthalten wird. Nun! Noddy und ich fügten uns darein, und er hatte recht, und hier biſt Du, und die Pferde ſind an gelangt, und die Geſchichte iſt aus, und Gott ſegne Dich, mein Prachtherzchen und Gott ſegne uns Alle!

Die Hände flogen auseinander, und Bella und Mrs. Boffin hielten einander in einer guten langen Umarmung feſt, zur anſcheinenden Gefahr des unerſchöpflichen Klei⸗ nen, das ſtierend auf Bella's Schooße lag.

Aber iſt die Geſchichte wirklich zu Ende? ſagte Bella nachdenklich.Geht ſie nicht weiter?

Was ſollte ſie noch ſonſt erzählen, Herzchen? er⸗ wiederte Mrs. Boffin voll Fröhlichkeit.- Sind Sie ſicher, daß Sie nichts ausgelaſſen haben? fragte Bella.

Ich glaube, nichts ausgelaſſen zu haben, ſagte Mrs. Boffin ſchelmiſch.

Lieber John, Du biſt eine vortreffliche Kinderwär⸗ terin, ſagte Bella;willſt Du eben das Kleine neh⸗ men? Nachdem ſie mit dieſen Worten das Unerſchöpf⸗ liche in ſeine Arme gelegt, heftete Bella einen ſcharfen Blick auf Mr. Boffin, der ſich an einen Tiſch geſetzt hatte, wo er, das Geſicht abwendend, den Kopf auf die Hand ſtützte, und ſagte, indem ſie ſich ruhig neben ihm auf die Kniee niederließ und ihren Arm über ſeine Schulter legte:Bitte, ich bitte um Verzeihung, und ich machte ein kleines Verſehen in einem Ausdrucke, als ich von Ihnen Abſchied nahm. Bitte, ich glaube Sie ſind beſſer(nicht ſchlechter) als Hopkins, beſſer (nicht ſchlechter) als Doncer, beſſer(nicht ſchlechter) als Blackberry Jones, beſſer(nicht ſchlechter) als ſie Alle

Dies wird das glückſeligſte Stück

Boz, unſer gemeinſchaftlicher Freund.

41