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Aüber ſeil Zu Mein Gelächter
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aus, mit der halb befriedigten, halb piquirten Miene
eines Menſchen, der ein gutes Räthſel aufgegeben, und V dem man jetzt die Löſung geſagt. Bella war ſo furcht⸗ ſam vor ihm, daß ſie dieſe Dinge, ſowie eine große Veränderung in ſeinem Benehmen gegen John, in einer V halb zurückweichenden, halb beobachtenden Weiſe bemerkte.
Jene„kommen⸗Sie⸗mit⸗mir⸗“ Miene war jetzt in langen ſinnenden Blicken auf John und ſie untergegangen und V in einem gelegentlichen ſchweren, langſamen Reiben ſei⸗
ner Stirn, wie wenn er die Falten auszuglätten ver⸗ ſuche, die ſein tiefes Nachſinnen dort hervorgebracht. Es hatten ſich einige huſtende und pfeifende Satelliten von ihm heimlich in der Nähe aufgehalten, doch dieſe waren jieetzt entlaſſen, und er betrachtete John, als ob er ihm eeiinen öffentlichen Dienſt zu leiſten verſucht, indem man ihm jedoch unglücklicherweiſe zuvorgekommen. Ob ſie,
falls ſie ſich nicht vor ihm gefürchtet, noch ſonſt Etwas aan ihm würde wahrgenommen haben, vermochte Bella nicht zu beſtimmen; aber es war ihr Alles unerklärlich, b und ſie hatte nicht die entfernteſte Ahnung von der wirk⸗ lichen Lage der Verhältniſſe. Die zunehmende Beobach⸗ tung, die der Herr Inſpector ihr ſchenkte, und ſeine pfif⸗ fige Art und Weiſe, ſeine Augenbrauen emporzuziehen, ſo wie ihre Blicke zufällig einander begegneten, wie wenn er ſie fragte:„Verſtehen Sie wohl?“ vergrößerte noch ihre Furchtſamkeit und folglich ihre Verwirrung. Aus aallen dieſen Gründen war Bella, als er und ſie und John gegen neun Uhr an einem Winterabend nach London fuh⸗ ren, und von der London⸗Brücke unter flachliegenden Ufer⸗ werften und Docks und ſeltſamen Oertern umherfuhren, wie im Traume, durchaus nicht im Stande, ſich zu er⸗ klären, wozu ſie dort ſei; durchaus nicht im Stande, zu aanhnen, was ſich zunächſt ereignen werde, oder wohin ſie fahre oder warum ſie dorthin fahre; ſicher über Nichts in der unmittelbaren Gegenwart, außer, daß ſie auf John vertraue, und daß John mit jedem Augenblicke V triumphirender zu werden ſcheine. Aber welch eine Ge⸗ wißheit war nicht dies! Sie ſtiegen endlich an der Ecke eines Hofes aus, wo ein Gebäude mit einer hellen Laterne und einem hölzernen Pförtchen ſtand. Das ſaubere Ausſehen des⸗ ſelben unterſchied ſich ſehr von der übrigen Nachbarſchaft, und erklärte ſich durch die Inſchrift:„Polizei⸗ Station.“ „Wir gehen doch nicht hier hinein, John?“ ſagte Bella, ſich an ihn hängend.. „Ja, mein Herz; doch ganz freiwillig. Fürchte nichts, wir werden eben ſo leicht wieder herauskommen.“ Die weißen Kalkwände waren ſo weiß wie je, das ſyſtematiſche Buchhalten ging noch ſo ruhig wie je von ſſtctten, und in einer fernen Zelle ſtieß, wie früher, ein heulendes Geſchöpf an die Thür. Das Sanctum war kein permanenter Wohnort, ſondern eine Art crimineller Packſtube. Die niederen Laſter und Leidenſchaften waren regelmäßig im Buche verzeichnet, in Zellen aufgelagert, wie per Factura angegeben, fortgekarrt, und ließen nur geringe Spuren zurück.
Der Herr Inſpector ſtellte zwei Stühle für ſeine Gäſte vors Feuer und beſprach ſich leiſe mit einem Col⸗ legen(der dasſelbe nützlich⸗königlich⸗außer⸗ Dienſten⸗ mäßige Ausſehen hatte), und der, falls man ihn nur
nach ſeiner gegenwärtigen Beſchäftigung beurtheilte, ein Schreiblehrer hätte ſein können, welcher Vorſchriften für ſeeine Schüler ſchrieb. Nachdem die Berathung zu Ende, kehrte der Herr Inſpector an den Kamin zurück und V ging dann, nachdem er bemerkt, daß er eben nach den LLuſtigen Brüderne hinumgehen und nachſehen wolle, wie die Sache ſich anlaſſe, hinaus. Er kehrte bald zurück
Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.
und ſagte:„Es könnte nicht beſſer ſein, denn ſie ſitzen Alle mit Miß Abbey in der Schenke beim Nachteſſen;“ worauf ſie alle Drei zuſammen hinausgingen.
Bella ſah ſich, noch immer wie im Traume, bald in einer gemüthlichen altmodiſchen Schenke, wo ſie in ein kleines dreieckiges Zimmer hineingeſchmuggelt ward, das der Schenkſtube gerade gegenüber lag. Der Herr In⸗ ſpector vollführte dieſes Einſchmuggeln ihrer ſelbſt und Johns in dieſes merkwürdige kleine Zimmer, das ver⸗ mittelſt einer Inſchrift auf der Thüre als ‚die Ge⸗ müthlichkeite bezeichnet wurde, indem er ihnen voran in den engen Gang hineintrat und ſich dann plötzlich mit ausgeſtreckten Armen zu ihnen umwandte, wie wenn ſie ein Paar Schafe geweſen. Das Zimmer war zu ihrem Empfange erleuchtet.
„Jetzt,“ ſagte der Herr Inſpector, indem er die Gas⸗ flamme verkleinerte, zu John,„will ich mich wie zufällig zu ihnen geſellen, und wenn ich ‚‚Identification' ſage, ha⸗ ben Sie vielleicht die Güte, ſich zu zeigen.“
John nickte, und der Herr Inſpector ging allein an die Halbthür der Schenke. Durch die matt erleuchtete Thür der ‚Gemüthlichkeit,“ in deren Innerem Bella und ihr Gatte ſtanden, konnten ſie drei Perſonen bei einem behaglichen Nachteſſen in der Schenke ſitzen ſehen und Alles hören, was geſprochen wurde.
Dieſe drei Perſonen waren Miß Abbey und zwei männliche Gäſte. Gegen dieſe bemerkte der Herr In⸗ ſpector insgeſammt, daß das Wetter für die Jahreszeit ſcharf zu werden anfange.
„Es muß wohl ſcharf werden, um Ihrem Verſtande gleich zu kommen, Sir,“ ſagte Miß Abbey.„Was haben Sie jetzt vor?“
„Danke für das Compliment, Miß Abbey; nicht viel, Miß Abbey,“ war die Antwort des Herrn Inſpectors.
„Wen haben Sie in der ‚Gemüthlichkeit?“ fragte Miß Abbey.
„Nur einen Herrn mit ſeiner Gemahlin, Miß!“
„Und wer ſind ſie? Falls man dies fragen darf, ohne Ihren ſchlauen Plänen im Intereſſe des ehrlichen Publikums zu nahe zu treten,“ ſagte Miß Abbey, die auf den Herrn Inſpector ſtolz war, wie auf ein admini⸗ ſtratives Genie.
„Sie ſind in dieſem Theile der Stadt fremd, Miß Abbey. Sie warten hier, bis ich des Herrn bedarf, da⸗ mit er ſich eben auf eine halbe Secunde irgendwo ſehen läßt.“
„Können Sie nicht zu uns hereinkommen, während ſie warten?“ ſagte Miß Abbey.
Der Herr Inſpector ſchlüpfte augenblicklich in die Schenkſtube hinein und ſetzte ſich neben der Halbthür und den beiden Gäſten gerade gegenüber nieder.„Ich ſpeiſe erſt ſpäter zur Nacht,“ ſagte er,„und will des⸗ halb nicht die Tiſchordnung ſtören. Aber ich will ein Glas Flipp annehmen, falls das in dem Kruge dort Flipp iſt.“
„Das iſt Flipp,“ ſagte Miß Abbey,„und mein eigenes Gebräu, und falls ſelbſt Sie irgendwo beſſeren zu finden wiſſen, ſo ſoll es mich freuen, zu hören, wo.“ Nachdem ſie mit gaſtfreier Hand ein dampfendes Glas voll für ihn ausgeſchenkt, ſtellte Miß Abbey den Krug wieder beim Feuer nieder; denn die Geſellſchaft war in ihrem Nachteſſen noch nicht bei dem Flippſtadium angelangt, ſondern noch ig mit ſtarkem Bier beſchäftigt.
„Ah— h!“ rief der Herr Inſpector.„Das ſchmeckt! Es giebt in der ganzen Polizei keinen Spürer, der beſſeres Zeug aufzuſtöbern im Stande wäre, als das da!“
„Freut mich, Sie das ſagen zu hören,“ erwiderte


