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Retterin Deines Lebens ein edles Weib finden und ſie von ganzem Herzen lieben wirſt.“
„Amen. Das weiß ich gewiß. durchkommen, Mortimer.“
„Du wirſt durch dies nicht um ſo weniger hoffnungs⸗ voll oder ſtark ſein, Eugen.“
„Nein, lege Dein Geſicht an das meinige, für den Fall, daß ich nicht ausdauern ſollte, bis Du zurück⸗ kommſt. Ich liebe Dich, Mortimer. Sei nicht beſorgt um mich, während Du fort biſt. Falls mein liebes muthiges Mädchen mich nur haben will, ſo fühle ich mich uͤberzeugt, daß ich lange genug leben werde, um ſie heirathen zu können, lieber Junge.“
Miß Jenny brach bei dieſem Scheiden der Freunde völlig zuſammen und vergoß, indem ſie ſich unter der Laube, die ihr goldenes Haar für ſie machte, mit dem Rücken dem Bett zugewendet, heiße, doch ſtille Thränen. Mortimer Lightwood war bald fortgegangen. Als das Abendlicht die ſchweren Schatten der Bäume auf dem Fluſſe verlängerte, kam eine andere Geſtalt mit leiſem Schritt in das Krankenzimmer.
„Iſt er bei Bewußtſein?“ fragte die kleine Schnei⸗ derin, als die Geſtalt ihren Poſten am Kiſſen einnahm. Denn Jenny hatte augenblicklich Platz gemacht und konnte in dem dunkeln Zimmer und an der neuen Stelle, an die ſie getreten war, das Geſicht des Leidenden nicht ſehen.
„Er iſt bei vollem Bewußtſein, Jenny,“ murmelte Eugen für ſich.„Er kennt ſein Weib.“
Aber ich werde nicht
Elftes Capitel. In dem nach der Entdeckung der Puppenſchneiderin gehandelt wird.
Mrs. John Rokeſmith ſaß, mit Handarbeit beſchäf— tigt, in ihrem ſauberen kleinen Zimmer neben einem Korbe von zierlichen kleinen Kleidungsſtücken, die ſo ſehr das Anſehen hatten, als gehörten ſie zu den Geſchäfts— waaren der Puppenſchneiderin, daß man faſt hätte glau⸗ ben ſollen, ſie habe ſich in Oppoſition gegen Miß Wren etablirt. Ob die„Vollſtändige Britiſche Hausfrau“ weiſen Rath über dieſelben ertheilt, ließ ſich nicht be⸗ ſtimmen; wahrſcheinlich aber nicht, denn jenes nebelige Orakel war nirgendwo zu ſehen. Jedenfalls nähte aber Mrs. John Rokeſmith mit ſo geſchickter Hand, daß ſie Unterricht von Jemandem genommen haben mußte. Die Liebe iſt in allen Dingen eine erſtaunliche Lehrerin, und deshalb hatte vielleicht die Liebe(in bildlichem Sinne in nichts als einen Fingerhut gekleidet) Mrs. John Roke⸗ ſmith dieſe Branche der Handarbeit gelehrt.
Sie erwartete John binnen Kurzem heim; da ſie aber vor Tiſche noch einen beſonderen Triumph ihrer Kunſt zu vollenden wünſchte, ging ſie ihm nicht entgegen. Mit einem ſanften, wenngleich etwas wichtigen Lächeln ſetzte ſie ihre Beſchäftigung mit einem regelmäßigen Tone fort, wie eine Art reizender kleiner Meißener Porzellan⸗ uhr, von beſten Fabrikanten.
Es ward an die Hausthür geklopft und zugleich ge⸗ klingelt. Nicht John, ſonſt würde Bella ihm entgegen⸗ geflogen ſein. Wer aber dann, wenn nicht John? Bella fragte ſich dies, als jene aufgeregte Närrin, das Hausmädchen, hereineilte und„Mr. Lightwood!“ meldete.
„O, meine Güte!“
Bella hatte nur noch Zeit, ihr Taſchentuch über den
Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.
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Korb zu werfen, als Mr. Lightwood in's Zimmer trat. Es war Etwas nicht richtig mit Mr. Lightwood, denn er ſah merkwürdig ernſt und leidend aus.
Nach einer kurzen Anſpielung auf die glückliche Zeit, wo er das Privilegium genoſſen, Mrs. Rokeſmith's Be⸗ kanntſchaft als Miß Wilfer zu haben, erklärte Mr. Light⸗ wood, was nicht richtig mit ihm war und warum er komme. Er überbrachte Lizzie Hexam's ernſtlichen Wunſch, daß Mrs. John Rokeſmith kommen und bei ihrer Ver⸗ mählung gegenwärtig ſein wolle..
Bella fühlte ſich durch das Erſuchen und den kurzen Bericht, den er ihr mit tiefer Empfindung abgeſtattet, ſo bewegt, daß es nie ein rechtzeitigeres Riechfläſchchen gab, als das Klopfen, vermittelſt deſſen John ſeine Heim⸗ kehr ankündigte.„Mein Mann,“ ſagte Bella.„Ich will ihn hereinholen.“
Aber das war leichter geſagt, als gethan; denn ſowie ſie Mr. Lightwood's Namen ausſprach, ſtand John, mit der Thürklinke des Wohnzimmers in der Hand, ſtill.“
„Komm mit mir hinauf, mein Herz.“.
Bella war im höchſten Grade erſtaunt, als ſie das Blut in ſein Geſicht ſteigen und ihn daſſelbe abwenden ſah.„Was kann dies zu bedeuten haben?“ dachte ſie, als ſie ihn die Treppe hinauf begleitete.
„Jetzt, mein Leben,“ ſagte John, ſie auf den Schooß nehmend,„erzähle mir die ganze Sache.“
Es war ſchon ganz gut, zu ſagen:„Erzähle uiir die ganze Sache,“— aber John war außerordentlich ver⸗ wirrt. Seine Aufmerkſamkeit wanderte offenbar von Zeit zu Zeit, ſelbſt während Bella ihm die ganze Sache er⸗ zählte. Dennoch wußte ſie, daß er großen Antheil an Lizzie und ihrem Wohlergehen nehme. Was konnte es nur zu bedeuten haben?“
„Du wirſt doch mit mir zu dieſer Vermählung gehen, John, Du. Lieber?“
„N— nein, mein Herz, das kann ich nicht.“
„Das kannſt Du nicht, John?“
„Nein, mein Engel, es iſt ganz außer Frage. nicht daran zu denken.“
„Soll ich dann allein gehen, John?“
„Nein, mein Herz, Du ſollſt mit Mr. Lightwood gehen.“—
„Meinſt Du nicht, es ſei Zeit, daß wir zu Mr. Lightwood hinuntergingen, lieber John?“ ſagte Bella ſchmeichelnd.
„Mein liebes Leben, es iſt faſt Zeit, daß Du hin⸗ untergehſt, aber ich muß Dich bitten, mich ganz bei ihm zu entſchuldigen.“
„Du meinſt doch nimmer, liebſter John, daß Du ihn nicht ſehen willſt? Ei, er weiß, daß Du heimgekommen biſt. Ich habe es ihm geſagt.“
„Das trifft ſich ein wenig unglücklich, aber es iſt nicht zu ändern. Ob es ſich nun glücklich oder un⸗ glücklich trifft, ich kann ihn entſchieden nicht ſehen, mein Herz.“
Bella zerbrach ſich, während ſie auf ſeinem Schooße ſaß und ihn erſtaunt und ein wenig ſchmollend anſchaute, den Kopf darüber, was wohl die Urſache dieſes unbe⸗ greiflichen Benehmens ſein könne. Es bot ſich ihr eine ſchwache Urſache.
„John, Du Lieber, Du kannſt doch nimmer eiferſüchtig auf Mr. Lightwood ſein?“
„Wie, mein Herzenskind,“ entgegnete ihr Gatte, geradeaus lachend,„wie könnte ich eiferſüchtig auf ihn ſein? Warum ſollte ich wohl eiferſüchtig auf ihn ſein?“ Pei Du weißt, John,“ fuhr Bella noch ein wenig
Gar
r ſchmollend fort,„obgleich er mich allerdings einſt bewunderte, daß es nicht meine Schuld war.“


