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Unser gemeinschaftlicher Freund : Roman in vier Büchern / von Charles Dickens (Boz). Mit 40 Ill. von Marcus Stone. Aus dem Engl. von Marie Scott
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Sehr häufig in ſolchen Fällen. Zu ſpät, um mit Be⸗ ſtimmtheit in Erfahrung zu bringen, ob die Verletzungen vor oder nach dem Tode erlitten; ein vortrefflicher Wund⸗ arzt meine, vorher; ein anderer vortrefflicher Wundarzt meine, nachher. Der Steward des Schiffes, auf dem der Herr als Paſſagier heimgekommen, ſei dort ge⸗ weſen und könne die Identität beſchwören; könne außer⸗ dem die Kleider beſchwören. Und außerdem da waren die Papiere. verlaſſen, vollkommen verſchwunden, bis er im Fluß ge

Fahrt ausgegangen; hatte ſich auf einer harmloſen kleinen Fahrt eruüht, und dieſelbe hatte ſich als eine bös⸗ artige herausgeſtellt. Die Todtenſchau werde morgen ſtattfinden, und über das Verdict könne kein Zweifel obwalten.

Die Sache ſcheint Ihren Freund erſchüttert zu haben, ſagte der Herr Inſpector, ſobald er geendet hatte.Es

Boz, Unſer gemeinſchaftlicher Freund.

Wie kam es, daß er, nachdem er das Schiff

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handen, in der der Leichnam in den Fluß gekommen. nicht beſtreiten, daß ich das Recht habe, Ihnen die Ant⸗

wort vorzuenthalten. Gute Nacht!

Er wandte ſich abermals dem Pförtchen zu, an dem der Satellite, die Augen auf ſeinen Vorgeſetzten heftend, wie eine ſtumme Statue daſtand.

MSie werden, ſagte der Hexr Inſpector,wenigſtens nicht⸗ dawider haben, mir Ihre Karte hier zu laſſen, Sir?

Ich würde nichts dawider haben, falls ich eine ſolche beſäße; aber ich habe keine. Er erröthete, indem er

dieſe Antwort gab und war ſehr verwirrt. funden worden? Je nun! War vielleicht auf eine kleine

hat ihn wirklich auf merkwürdige Weiſe erſchüttert!

Dies wurde mit ſehr leiſer Stimme und einem ſcharfen, prüfenden Blicke(der nicht der erſte war, den er auf ihn geworfen) auf den Fremden geſprochen.

Mr. Lightwood erklärte, daß der Fremde kein Freund von ihm ſei..

Wirklich? ſagte der Herr Inſpector, mit aufmerk⸗ ſamem Ohr;wo haben Sie ihn gefunden?

Mr. Lightwood erklärte die Sache ferner.

Der Herr Inſpector hatte ſeine Anſicht der Sache abgegeben und dann dieſe Worte hinzugefügt, indem er ſich mit den Elbogen auf ſein Pult geſtützt und den Zeigefinger und Daumen ſeiner Linken gepreßt. Der Herr Inſpector bewegte nichts, als ſeine Augen, als er jetzt mit lauterer Stimme hinzufügte:

Es hat Ihnen unwohl gemacht, Sir! Dergleichen nicht gewöhnt, wie es ſcheint.

Der Fremde, der mit geſenktem Haupte gegen den Kaminſims gelehnt ſtand, ſchaute ſich um und erwiderte:

Nein. Es iſt ein ſchauerlicher Anblick!

Sie kamen in der Erwartung, den Leichnam zu identificiren, wie ich höre, Sir?

Jal.

Haben. Sie denſelben identificirt?

Nein. Es iſt ein ſchauerlicher Anblick. O! ein ſchauerlicher, ſchauerlicher Anblick!

Wen erwarteten Sie zu finden? fragte der Herr Inſpector.Geben Sie uns eine Beſchreibung, Sir. Wir können Ihnen vielleicht behülflich ſein.

Nein, nein, ſagte der Fremde;es würde völlig nutzlos ſein. Gute Nacht.

Der Herr Inſpector hatte ſich nicht gerührt und hatte keinen Befehl gegeben; aber der Satellite hatte ſich mit dem Rücken gegen das kleine, niedrige hölzerne Pförtchen gelehnt und ſeinen Arm darauf gelegt, und mit ſeiner rechten Hand wandte er jetzt die halbe Seite der Laterne, die er ſeinem Vorgeſetzten abgenommen in ganz zu⸗ fälliger Weiſe dem Fremden zu.

Sie vermißten natürlich einen Freund, oder Sie ver⸗ mißten einen Feind, oder Sie würden nicht hierher ge⸗ kommen ſein, ſehen Sie. Nun, alſo iſt es nicht billig, wenn ich frage, wen Sie ſuchten? So ſprach der Herr Inſpector.

Sie müſſen mich entſchuldigen. Keine Klaſſe von Menſchen kann beſſer begreifen, als Sie, daß die Fami⸗

Sie ſind an

lien ihre Zwiſtigkeiten und ihr Unglück nicht gern anders,

als in der äußerſten Nothwendigkeit, bekannt werden laſſen. indem Sie dieſe Frage an mich richten; und Sie werden *

Ich beſtreite nicht, daß Sie Ihre Pflicht thun,

Wenigſtens, ſagte der Herr Inſpector, ohne den Ton ſeiner Stimme, noch ſeine Manier zu ändern,wer⸗ den Sie nichts dawider haben, Ihren Namen und Ihre Adreſſe niederzuſchreiben?

Durchaus nicht.

Der Herr Inſpector tauchte ſeine Feder in ſein Tinten⸗ faß und legte dieſelbe behutſam auf ein Blatt Papier; dann nahm er ſeine vorige Stellung wieder ein. Der Fremde trat an das Pult und ſchrieb mit etwas zittern⸗ der Hand während der Herr Inſpector ſich mit einem Seitenblicke jedes Haar ſeines herabgebeugten Hauptes merkteMr. Julius Handford, KaffeehausZum Schatzmeiſter, Palace Yard, Weſtminiſter.

Sie logiren vermuthlich dort, Sir?

Ich logire dort.

Sind folglich aus der Provinz?

Wie? Ja, aus der Provinz.

Gute Nacht, Sir.

Der Satellite nahm ſeinen Arm vom Pförtchen herab

und öffnete daſſelbe, und Mr. Julius Handford ging hinaus.

Reſerve! ſagte der Herr Inſpector.Nehmt dieſes Blatt Papier, behaltet ihn im Auge, erkundigt Euch, ob er ſich wirklich dort aufhält und bringt überhaupt ſo viel Ihr könnt über ihn in Erfahrung.

Der Satellite war verſchwunden; und der Herr In⸗ ſpector wurde wieder der ruhige Mönch jenes Kloſters, tauchte ſeine Feder in ſeine Tinte und wandte ſich wieder ſeinen Büchern zu. Die beiden Freunde, die ihn, mehr durch ſeine amtliche Manier beluſtigt, als aus Argwohn gegen Mr. Julius Handford, beobachtet hatten, fragten, ehe ſie ſich ebenfalls verabſchiedeten, ob er denke, daß die Sache wirklich ein böſes Anſehen habe?

Der Mönch erwiderte mit Zurückhaltung könne es nicht ſagen. Falls es ein Mord, ſo könnte derſelbe von Irgendjemandem begangen ſein. Zur Hausbrecherei und Taſchendieberei bedürfe es einer Lehrzeit. Zum Morde nicht. Dazu ſeien wir Alle fähig. Er habe Dutzende von Leuten dorthin kommen ſehen, um Leichname zu identificiren, doch noch Niemanden, den die Sache auf jene auffallende Weiſe erſchüttert. Doch könne es mög⸗ licherweiſe aus dem Magen und nicht aus dem Gemüthe gekommen ſein. In dem Falle ſei es ein ſonderbarer Magen. Es ſei ſchade, daß in dem Aberglauben in Be⸗ zug auf das Bluten von Leichnamen, ſobald die Hand des Mörders ſie berührte, keine Spur von Wahrheit vor⸗ handen; erlangen.Man erlangt Lärm genug von Einer, wie Jene(dies galt den geräuſchvollen Forderungen nach der Leber),aber aus den Leichnamen iſt auf keine Weiſe Etwas herauszubringen.

Da bis zu der für den nächſten Tag angeſetzten Leichenſchau nichts mehr geſchehen konnte, gingen die Freunde zuſammen fort, und Gaffer Hexam und ſein Sohn, jeder ſeines Weges. An der letzten Ecke anlan⸗ gend, hieß Gaffer den Knaben heimgehen, während er ſelber in ein Wirthshaus, mit rothen Fenſtervorhängen,

es ſei nie ein Zeichen von einem Leichname zu

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