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Narramatta und Conanchet : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach dem Engl. des J. F. Cooper von Franz Hoffmann
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tapferen und kühnen, und doch zugleich ſo freundlichen Häuptlings, und ſagte mit ſüßer Stimme:Höre mich, Haupt meines Volkes! Die Traͤume eines Mädchens in deinen Wigwams ſollen dir nicht verborgen bleiben. Siehe, Narramatta hat Alles vergeſſen! Sie vergaß die Wohnungen der Blaßgeſichter, denn das Wigwam ihres Bruders iſt wärmer! Sie vergaß die Speiſe und Kleidung des weißen Volkes, denn Conanchets Schweſter iſt reich; ſie vergaß den großen Geiſt der Thengihs, denn Manittu iſt mächtiger, als Er! Aber ſie ſieht Eine, welche die Frauen der Narraganſetts nicht ſehen. Sie ſieht im Traume eine Frau mit weißer Haut, die mit ſanften und milden Augen auf ihr ſchlafendes Kind niederblickt. Ich hoͤre, wie ſie ſpricht. Sie fragt:friert Conanchet's Schweſter? Hier ſind Felle! Hungert ſie? hier iſt Wildbret! Iſt ſie müde? Sie mag ruhen in den Armen ihrer Mutter!« Und die Arme der ſanften Frau öffnen ſich, damit Narramatta in ihnen ruhen und ſchlafen kann. Wenn Alles ſtill und ruhig iſt in den Wigwams, wenn meine Pflegerin an meiner Seite ſchlummert, wenn Conauchet und ſeine jungen Krieger ſchlummern, dann läßt er die bleiche Frau ihre Stimme hören. Aber ſie redet nicht von den Schlachten meines Volkes, nicht von den Skalpen, die unſere Krieger gewinnen, nicht von den Feinden meines Stammes, die Conanchet fürchten. Ihre Zunge führt eine ſeltſame Rede. Sie erzählt von einem mächtigen und gerechten Geiſte, ſie erzählt vom Frieden, und nicht vom Kriege. Ihre Stimme tönt lieblich, als ob ſie aus den Wolken klänge, und gleicht dem Gerieſel der Waſſer zwiſchen den Felſen. Narramatta lauſcht gern auf ihre Worte, denn ſie tönen wie die Laute der Wish⸗ton⸗Wish, wenn er in den Wäldern pfeift.« Mit inniger Theilnahme hielt Conanchet den Blick auf die liebliche Jungfrau geheftet, ſo lange ſie ſprach. Als ſie ſchwieg, legte er mild ſeine Hand auf ihr demüthig geſenktes Haupt und antwortete: 3 Wish⸗ton⸗Wish iſt der Vogel der Nacht, der ſeinen Jungen ſingt. Der große Geiſt deiner Väter zürnt, daß du in dem Wigwam eines Narraganſett lebſt. Du mußt heimkehren in die Hutte deines Baters. Sieh', einſtens ward der Adler meines Volks in den Ge⸗

die Weißen lehrten ihn mit fremder Zunge ſingen. Sein Gefieder veränderte ſich, und ſie glaubten ihn fur immer gezähmt zu haben, Aber kaum ſtand die Thür ſeines Käfigs offen, ſo breitete er ſeine Flügel aus und flog in ſein Neſt zurück. So auch du! Wir