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Narramatta und Conanchet : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach dem Engl. des J. F. Cooper von Franz Hoffmann
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15 können nicht wiſſen, was für ihn noch aufbewahrt iſt, und ob Gott nicht ſein Herz zum wahren Glauben lenken wird!«

Mit dieſen Worten wurde die Vernehmung des Gefangenen abgebrochen, und derſelbe von Content in das Blockhaus zurückge⸗ führt, da eben jetzt auch die Leute wiederkehrten, welche man zur Erforſchung der Umgegend ausgeſandt hatte. Niemand wollte in⸗ deß die geringſte Spur von mehr Indianern oder einem vorbedach⸗ ten Hinterhalte bemerkt haben, und da der Gefangene ſelbſt keine Waffen trug, ſo gab ſich Ruth ſchon der Hoffnung hin, daß nur ein Ungefähr den Knaben in dieſe Gegend geführt haben mögte. Sie ſorgte dafür, daß man ihm Speiſe und Trank reichte, und befahl ihren Leuten im Hauſe, dem Knaben allezeit mit Liebe und

Freundlichkeit zu begegnen.

Viertes Kapitel.

Die Hoffnung Ruths ward dies Mal wenigſtens nicht zu Schan⸗ den, und die Behauptungen der Kundſchafter, keinen Wilden in der ganzen Gegend ringsum geſehen zu haben, wurden durch die Erfahrung beſtätigt. Jene Nacht ſowohl, wie die darauf folgenden, gingen ohne alle Beunruhigung vorüber, und die Leute des Kapi⸗ täns ſetzten ihre Arbeiten und Beſchäftigungen im Freien fort, ohne jemals geſtört zu werden, oder nur einen neuen Grund zu Beſorg⸗ niſſen zu finden. Whittal Ring trieb ſeine Füllen unbeläſtigt in die Tiefen der umliegenden Wildniß, und ſo lange die Witterung es geſtattete, zogen die Heerden der Anſiedler auf die freie Waide in's Gehölz hinaus, ohne beunruhigt zu werden. Der erſte Ein⸗ druck des Schreckens wurde durch die Zeit in der Seele verwiſcht,

und man würde das Ereigniß vielleicht ſchon gänzlich vergeſſen ha⸗

ben, wenn nicht ein lebendes Andenken, der junge Indianer, ſich inmitten der Familie befunden hätte.

Der alte fromme Heathcote ließ nicht ab von dem Verſuche, den Jüngling ſeinem Heidenthume zu entreißen und den Samen chriſtlicher Grund⸗ und Glaubensſätze in ſeine Bruſt zu ſtreuen. Aber obgleich er es nicht an Eifer fehlen ließ, konnte er ſich den noch keines günſtigen Erfolges erfreuen. Es blieben ſogar alle Verſuche, dem Knaben die Sitten der Anſiedler anzuſchmeicheln, ohne jeglichen Erfolg. Als die Strenge der Witterung zunahm, bemühete ſich Ruth, ihn zur Annahme wärmerer Kleidung zu be⸗