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Narramatta und Conanchet : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach dem Engl. des J. F. Cooper von Franz Hoffmann
Entstehung
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8 Augen eines Wilden funkeln ſehen!« entgegnete Ruth.

die ſchützenden Palliſaden hereinzog.Komm, komm, und zögere nicht, ſondern danke Gott, daß er dich gerettet hat!«

Wovor entſetzeſt du dich, Ruth?« fragte Content überraſcht. Was iſt dir ſo Seltſames begegnet, daß du zitterſt und bebſt?«

Ruth gab keine Antwort. Sie zog haſtig die Pforte an, ſchob die Riegel wieder vor, drehte hurtig die Schlüſſel um, und ath⸗ mete nun erſt auf, als ob ihr eine große Laſt vom Herzen genom⸗ men wäre.

Aber, Ruth, ſo rede doch, was haſt du vor?« fragte Con⸗ tent von Neuem.Haſt du vergeſſen, daß mein Pferd, fern von ſeinem Stalle und ſeiner Krippe, hier hungern müßte.«

Mag es lieber vor Hunger ſterben, als daß Ein Haar auf deinem Haupte gekrümmt werde! erwiederte die liebende Gattin. Es iſt ein Feind auf dem Felde.

Geh', geh', du biſt daran gewöhnt, jetzt im Bette zu liegen, und ſo hat der Schlaf dich auf deinem Wachtpoſten überfallen und dich mit böſen Träumen erſchreckt. Vielleicht hat dich auch der Schatten einer Wolke beben gemacht, oder ein wildes Thier hat ſich auf unſere Lichtung verloren. Komm, und halte das Pferd am Zügel, während ich ihm ſeine Laſt erleichtern will.

Die Ruhe Contents verfehlte ihres Eindruckes auf ſeine Gat⸗ tin keineswegs, und ihre Gedanken wurden auf einen Augenblick von dem Gegenſtande abgezogen, welcher ſie ſo lebhaft beſchäftigt hatte. Sieh' da, ſagte ſie,haſt du wirklich Gradhorn gefunden? Aber das Thier iſt todt!«

Ja wohl, und zwar ſo geſchickt geſchlachtet, daß ich beinahe fürchte, ein Indianer mögte ſeine Hand dabei im Spiele gehabt haben,« erwiederte Content.

Und wo fandeſt du das Thier?

An dem Aſte eines Wallnußbaumes aufgehängt.

Jetzt fiel Ruth der Gegenſtand ihrer Befürchtungen wieder ein, und der Anblick des getödteten Hammels trug nicht wenig dazu bei, ihre Vermuthungen zu beſtätigen.

Content,« ſagte ſie,der mordſüchtige Heide iſt in unſeren Feldern.

Du träumſt, Ruth, lautete die Antwort, mit lächelndem Munde gegeben. Nein, nein, es iſt kein Traum! Ich habe die gl