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Das Glück reich zu sein / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von August Scheler
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Traͤgheit

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verleitet, wenn ſie es ploͤtzlich zu behaglich bekommen... Man muß der Bettelei keinen Vorſchub leiſten...

Smet verfiel abermals in's Nachdenken; dann aber uͤber⸗ flog ein Ausdruck des Schreckens und der Verachtung ſein Geſicht.

„Aber, Jan, was geht mit dir vor,“ murmelte er ernſt zu ſich ſelber,„als du arm warſt und du's an deinem Tage⸗ lohn abſparen mußteſt, da haſt du ihnen ſtuͤckweiſe noch weit mehr gegeben. Oftmals haſt du der Wittwe die fuͤr dein Glas Bier beſtimmten Kreuzer in die Hand gedruͤckt und biſt, im ſtillen Genuß dieſer barmherzigen Handlung, ſtatt in die Ge⸗ ſellſchaft zu gehen, ruhig zu Hauſe geblieben.— Welch ſchreck⸗ licher Gedanke! Sollte der Reichthum einen habgierig und herzlos machen? Wahrhaftig, ich fuͤhle etwas in mir, das mir Grauen erweckt... nein, nein, weg mit der Selbſtſucht! Fuͤnfzig Gulden will ich fuͤr die Wittwe auf die Seite legen und ihr alle Wochen etwas davon verabreichen. Vielleicht wird mir Gott zum Lohne dafuͤr das Reichſein ertraͤglicher machen und mich von der fremd⸗ artigen Angſt befreien, von der ich gepeinigt werde.“

Er ſtand langſam bedaͤchtig auf, warf einen pruͤfenden Blick durch's Zimmer und oͤffnete den Kaſten.

Eine Weile beſchaute er ſchweigſam den Haufen Geld, aus welchem beim matten Scheine der Lampe die Gold⸗ und Silber⸗ ſtuͤcke wie ein Sternengeflimmer ihm in die Augen glaͤnzten. Er zog daraus ſieben Zehnguldenſtuͤcke hervor, ſteckte ſie zu ſich und ſagte dann freudig:

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„Ich will noch zwei andere dazu fuͤgen; die arme Wittwe iſt gar ſo elend daran, und es iſt mir doch ein ſeliges Gefuͤhl,