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Das Glück reich zu sein / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von August Scheler
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Indem er die andere Lampe vom Boden aufhob, ſagte der Schornſteinfeger:

Treſe, lade du das Geld in deinen Schurz; ich will unterdeſſen an der Thuͤre drunten den Riegel vorſchteben, damit uns Niemand bei der Arbeit uͤberraſche.... trag aber recht Sorge, daß die Geldſtuͤcke nicht klirren.

Waͤhrend die Frau das Geld aufſammelte und mit der ſchweren Laſt die Stiege hinabging, verriegelte Smet die Haus⸗ thuͤre, muſterte ſodann noch Fenſter, Hinterthuͤre, Kellertreppe und pruͤfte uͤberall die Schloͤſſer und Klappen.

Mittlerweile hatte ſeine Frau den ganzen Schatz im Kaſten aufgeſchichtet und ſaß nun vor dem Tiſch, mit bewegter Bruſt vor ſich hinſtarrend und in ſeliges Nachſinnen uͤber den ihr ſo unverhofft zugefallenen Reichthum vertieft.

Da trat Meiſter Smet herein, ſtreckte die Hand aus und ſagte trocken:

Den Schluͤſſel her!

Den Schluͤſſel! erwiederte ſeine Frau mit ſtolz ab⸗ ſchlaͤgiger Miene.Das waͤre ſchoͤn, wenn in unſern alten Ta⸗ gen du den Schluͤſſel in der Taſche tragen ſollteſt, nachdem ich ihn fuͤnf und zwanzig Jahre lang mit Ehren gefuͤhrt habe? Ha, ich verſtehe; es ſtuͤnde dir wohl an, das Geld in Geſell⸗ ſchaft deiner Kaminfegergenoſſen zu verpraſſen? Aber holla, Freundchen, uͤber den Kaſten bin ich Herrin!

Smet ſchuͤttelte ungeduldig den Kopf und murrte:

Du irrſt dich gewaltig; es iſt mir vielmehr darum zu thun, dich vor dem Vergeuden des Geldes zu bewahren.