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—„Geh doch hinauf, Smet; das wird am Ende gar zu bunt. Mache lieber die Loͤcher wieder auf; denn ſeit du den Ratzen deinen Poſſen geſpielt haſt, ſollte man glauben, es haͤtten ſich alle aus der Nachbarſchaft ihr Stelldichein bei uns gegeben.“
Der Kaminfeger folgte der Auffordernng ſeiner Frau, ſteckte das Laͤmpchen an und griff nach einem alten verroſteten Saͤbel hinter dem Kaſten.
„Ich will ſie gehoͤrig aus ihren Neſtern herausriffeln,“ ſagte er.„Leg mir einſtweilen einige Centen zurecht; denn ich gehe gleich nachher aus, mein Schoͤppchen zu trinken.“
Mutter Smet blieb eine ziemliche Weile unten und horchte auf das Gepolter, das ihr Mann oben auf dem Boden an⸗ ſtellte, indem er mit dem Saͤbel auf den Brettern herum⸗ ſchlug.
Bald jedoch trat voͤllige Stille ein und die gute Frau ge⸗ rieth auf's Neue in wohlthuende Traͤumereien von ſeidenen Kleidern, diamantenen Ohrringen, von Bedienten mit reich be⸗ treßtem Hute. Ein ſuͤßes Laͤcheln erglaͤnzte auf ihrem Antlitz, waͤhrend ſie ſo behaglich ihren Reichthumsgedanken nachhing, und wohl nickte ſie zuweilen mit dem Kopfe, als beſtaͤtigte ihr Geiſt die Wahngebilde ihrer verzuͤckten Phantaſie.
Endlich hoͤrte ſie die Treppen knirren unter dem Tritt ihres Mannes; mit Verwunderung bemerkte ſie, daß dieſer im Dunkeln die Stiege heruntertappte.
—„Iſt dir die Lampe ausgegangen?“ rief ſie. Der Ka⸗ minfeger indeſſen antwortete nicht, ſondern ſchwankte ſchweigſam die Stufen herunter und nahte ſich ihr. Der Angſtſchweiß lief ihm vom bleichen Geſicht und er zitterte am ganzen Leibe.


