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Das Glück reich zu sein / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von August Scheler
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hunderttauſend Gulden ſollte der erben, Alles war ſchon ab⸗

gemacht und in Ordnung.. und da ſchicken ſie ihn ſo lange von Pontius zu Pilatus, daß er am Ende in ſeiner Boden⸗

denkammer hat Hungers ſterben muͤſſen. Ein halbes Jahr dar⸗ nach wurde die Erbſchaft unter vier vornehme Herren vertheilt, die von Allem die Huͤlle und Fuͤlle beſaßen, und wohl das beſte Theil von dem, was dem armen Kobe zukam, iſt an den Fingern der Herren Advokaten haͤngen geblieben... Aber mich ſollen ſie nicht in der Weiſe daran kriegen. Sollte es mich den letzten Stuͤber koſten, wiſſen muß ich, was aus dem Nachlaſſe meiner Frau Tante in Holland geworden iſt. O, dieſes ehrliche Diebsgeſindel!

Bei dieſen Worten trat ihr Mann ins Zimmer, blies das Laͤmpchen, das er in der Hand hielt, aus, ſtellte es auf einen Kaſten und blieb mit gekreuzten Armen ſeiner Frau freundlich zulaͤchelnd ſtehen.

Er hatte ſein Geſicht gewaſchen und ſeine Kleider unter⸗ ſchieden ſich nicht mehr von denen jedes andern Buͤrgers ſeines Standes, der im Begriff ſteht, Abends ſein Schoͤppchen in Ge⸗ ſellſchaft der Freunde zu leeren.

Da habe ich eben droben auf dem Speicher den Ratten keinen ſchlechten Fraß vorgebrackt! rief er.Rathe einmal, Treſe, was ich gethan habe?

Oh laß mich in Ruhe, erwiederte griesgraͤmiſch die Frau. Zehn Jahre ſind's ſchon, daß du den Ratten ihren To⸗ desteig baͤckſt; ſie treiben's nur um ſo aͤrger: laß nur etwas auf dem Boden herumliegen, und waͤre es dein Rußſack, des andern Tages ſollſt du ſehen, wie gemuͤthlich ſie ſich's haben ſchmecken laſſen!

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