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„Bis ſogleich, meine Taͤubchen; ich will nur ſchnell nach Hauſe und mein Sonntagsgeſicht holen!“
Das Abenddunkel hatte ſich kaum ſeit einer halben Stunde uͤber die engen Straßen verbreitet. Mutter Smet, des Schorn⸗ ſteinfegers ehrbare Ehewirthin, ſaß an einem Tiſche, beſchaͤftigt, beim Schein einer kleinen Lampe die wollenen Struͤmpfe ihres Pauw zu ſtopfen.
Ihr Anzug war nicht nur ſauber, ſondern auch koſtbarer als es ihr Stand ſonſt mitzubringen ſchien; denn obgleich ſie ſich in ihrer Wohnung befand und an jenem Abende nicht mehr auszugehen gedachte, trug ſie ein roſenfarbenes Mieder mit kleinen Blumen, einen wollenen Calamankrock mit ſammt⸗ nem Saumſtreifen und einer ſchneeweißen Fluͤgelhaube.
In ihrem Gemuͤthe jedoch ſchienen duͤſtere, herabſtimmende Gedanken auf⸗ und abzuwogen, denn oͤfters unterbrach ſie ihre Arbeit und ließ auf ihren Geſichtszuͤgen einen Ausdruck bitteren Grames wahrnehmen.
„So werden ſtets die armen Menſchen, die eine Erbſchaft zu machen haben, betrogen,“ murmelte ſie endlich vor ſich hin. „Dieſe klugen Herren wiſſen es immer ſo kuͤnſtlich anzufaſſen, ſo liſtig zu wenden und zu drehen, bis uͤber dem Streiten die rechtmaͤßigen Erben von hinnen geſchieden, und dann ſtecken die Schelme den Nachlaß in ihren eigenen Sack. Wenn ich noch daran denke! Der alte Maurer Kobe in der Winkelſtraße


