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angehoͤrten, mußte doch jedem die Reinlichkeit und Anmuth ihres Anzuges auffallen, eine Eigenſchaft, wodurch ſich zwar, wie all⸗ gemein bekannt, alle Maͤdchen Antwerpens, aber ganz beſonders die Arbeiterklaſſe, von der wir ſprechen, auszeichneten.
Wie ſollte es aber auch anders ſein; ihr Geſchaͤft bringt es ja mit ſich. Vom Morgen bis zum Abend laſſen ſie ihre Haͤnde uͤber den ſch ißen Tuͤll gleiten, und die geringſte Un⸗ achtſamkeit wuͤrde unfehlbar ihre Arbeit beſchmutzen und ihnen von Seiten des Kaufmanns, in deſſen Dienſt ſie ſtehen, einen Verweis und einen Lohnabzug, wenn nicht gar gaͤnzliche Ent⸗ laſſung zuziehen.
Doch glaube man nicht, daß dieſe Reinlichkeit ausſchließlich von der Natur ihrer Arbeit bedingt ſei. Wenn dieſe derſelben auch zu Grunde liegen mag, ſo kennt man andrerſeits auch die Macht der Gewohnheit und ſollten die Stickerinnen auf irgend⸗ welche andere Weiſe ihren Unterhalt zu ſuchen veranlaßt wer⸗ den, ſo wuͤrden ſie dieſe angewohnte Sauberkeit und Zierlichkeit auch auf ihre neuen Geſchaͤftsverrichtungen uͤbertragen.
Beſeht ſie nur vom Kopf bis zu den Fuͤßen: die Kleider moͤgen noch ſo gemeinen Stoffes, die Farbe noch ſo verſchoſſen ſein, immer ſind ſie nett geſtrichen und ſehen aus, als kaͤmen ſie eben aus der Waͤſche, als legten dieſe Maͤdchen ſiebenmal in der Woche ihren Sonntagsſtaat an.
Ob ſie auch ſchoͤn ſeien? Ja und nein. Jung ſind ſie und das will ſchon viel heißen. Immerhin duͤrften doch die meiſten unter ihnen auf das Schoͤnheitspraͤdikat Anſpruch machen koͤnnen, denn ihre Zuͤge ſind fein und regelmaͤßig. Aber ach! ihre Wangen ſind durchgehends ſo bleich, ihre Glieder ſo mager! Arme Toͤchter des Volkes, der Luxus hat ſie aus allen lufti⸗
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