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er⸗ die Einwohner deutlich genug zu erkennen war, daß hier ein Schornſteinfeger ſein Hausweſen treibe. Dieſer Buͤrger galt in der Straße fuͤr den zweiten nach beſagtem Spezereihaͤndler, denn das Haͤuschen, in dem er wohnte, war ſein Eigenthum*). Das Haus, vor dem Kaͤthchen und ihre drei Freundinnen ſich„ ihrer Arbeit oblagen, war das eines eabers oder beſſer uns Schuhflickers, der, wenn er auch nicht eſitzer deſſelben war, V durch Fleiß und Ordnung ohne viele Muͤhe ſein taͤgliches Brod
da⸗ verdiente, und was Wohlſtand betrifft, von ſeinen Nachbarn un⸗ der mittelbar nach dem Kaminfeger aufgezaͤhlt wurde. ner Weiter in den Straßen ſaßen, wie geſagt, noch viele an— dere Maͤdchen, die, ebenfalls in kleinen Gruppen vertheilt, unter die heiterem Genuſſe der wohlthuenden Maiſonne ihre Arbeit ver⸗ hn richteten. 6 . 4 Jedes derſelben hatte vor ſich einen viereckigen Rahmen, ge. uͤber welchem ein Spitzengrund geſpannt war, auf dem ſte mit⸗ iin 1 tels Faden und Nadel, allerlei Blumen und Blaͤtterwerk ſtickten. Wle Sie trieben, wie man in Antwerpen ſagt, den Spitzenſtich(Kantje- . steek), um am Ende des langen Tages uͤber einige Stuͤber ge⸗ uch bieten zu koͤnnen und die Laſt des muͤtterlichen Hausweſens ein wenig zu erleichtern;— wohl auch nebenbei, um ſich bei guten 4 Zeiten ein huͤbſches Kleid oder ein zierliches Haͤubchen mit farbi⸗ m b gen Baͤndern damit zu kaufen. zu Obſchon dieſe Stickermaͤdchen dem unterſten Gewerbsſtande an,*) Die Schornſteinfeger in Flandern ſind nicht wie in andern 1 tiig 4 Laͤndern eingewanderte Fremdlinge. In Antwerpen gehören ſie dem anz 1,1 geringeren Buͤrgerſtand an und zeichnen ſich im Allgemeinen durch ge⸗ fuͤr’ ſunden Verſtand, heiteres Naturell und Witz aus. Das Zeichen ihres Gewerbes beſteht aus den zwei Buchſtaben A. B. 1*


