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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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Obſchon die Nacht die Gefuͤhle des Vorabends einigermaßen gemildert hatte, wollte ich ihm dennoch ein beſtimmtes Verſpre⸗ chen, ſeinem Rathe zu folgen, noch nicht geben. Beim Abſchied jedoch ſagte ich zu ihm:

Ich werde mir die Sache noch uͤberdenken, vielleicht haſt du doch Recht.

Drei Jahre ſind daruͤber verſtrichen. In dieſer Zeit iſt mir jener Sarg und das Maͤdchen mit dem wallenden Haar wohl oft vor die Seele getreten; aber ich wagte es noch immer nicht, den Wunſch meines Freundes zu erfuͤllen.

Unlaͤngſt jedoch ich hatte mein groͤßeres Werk, Chlod wig und Chlotilde, eben beendigt ſuchte ich nach ei nem neuen Vorwurf; aber es ſollte der Vorwurf einer ſchlich⸗ ten Erzaͤhlung, einer einfachen Bauerngeſchichte ſein, eine Blume mehr in dem Haidebluͤthenkraͤnzchen, das ich verſprochen habe fuͤr meine Freunde zu flechten. r

Als ich eines Tages nachdenklich im Zimmer ſaß, bringt mir die Poſt einen Brief. Er war von meinem Freunde, dem Vikar. Was mag er mir zu melden haben? dachte ich beim Erbrechen deſſelben; denn ſeit meinem Beſuche auf ſeinem freund⸗ lichen Dorfe hatte ich Nichts wieder von ihm gehoͤrt.

Der Brief erkundigte ſich nach meiner Geſundheit, ſprach mit Begeiſterung von den Juͤnglingstraͤumen des herrlichen flandriſchen Dichters Van Beers*) und ſchloß folgendermaßen:

*) Dieſer durch Gemuͤthlichkeit beſonders ausgezeichnete belg. Dich⸗ ter iſt Lehrer am Schullehrerſeminar zu Lier und durch eine flaͤm. Gram⸗ aatik ebenfalls vortheilhaft bekannt. Anm. d. Ueb.